Golf Tiger Woods feiert Comeback
Hamburg - "Ich bin fit und kann wieder spielen. Meiner Frau Elin und unserem jüngst geborenen Sohn Charlie geht es wunderbar. Ich habe die Zeit zu Hause mit meiner Familie genossen und die große Anteilnahme von allen Seiten sehr wohl geschätzt. Jetzt brenne ich aber darauf, wieder Turniere zu spielen", ließ Woods auf seiner Internet-Seite verlauten.
Golfprofi Woods: Nach überstandener Operation besser denn je?
Foto: APDie Professional Golfers Association (PGA) bestätigte die Rückkehr des 33-Jährigen in einer offiziellen Erklärung: "Wir haben die Bestätigung erhalten, dass Tiger Woods versichert hat, bei der Matchplay-WM anzutreten." Das Turnier, bei dem Woods Titelverteidiger ist, beginnt am kommenden Mittwoch in Tucson/Arizona. "Wir sind höchst erfreut, dass der Tiger wieder in die Wettkämpfe eingreift", betonte PGA-Chef Tim Finchem.
Woods hatte sich vor acht Monaten einer Knie-Operation unterziehen müssen. Dem Spitzenreiter der Weltrangliste war das beschädigte vordere Kreuzband im linken Knie wiederhergestellt worden. Eigentlich wollte Woods, der insgesamt viermal an den Knien operiert wurde, erst beim US Masters im April in Augusta sein Comeback geben.
Sein bislang letztes Turnier hatte Woods am 16. Juni 2008 in San Diego unter starken Schmerzen gespielt - und gewonnen. Bei der US Open hielt er trotz des lädierten Knies und eines Ermüdungsbruches im Schienbein durch und holte sich am ersten Extra-Loch seinen 14. Major-Titel. Zeitweilig humpelte Woods über den Platz und benutzte zwei Schläger als Krücken.
Für den Golfsport war Woods' Abwesenheit eine schlechte Zeit. Die Einschaltquoten im Fernsehen brachen um bis zu 60 Prozent ein, die Fans waren anscheinend gelangweilt. "Von den TV-Partnern bis zu seinen Mitspielern sind alle verzückt über seine Rückkehr", sagte Brian Walker, Sprecher des US-Fernsehsenders NBC, der aus Arizona übertragen wird, "Tiger Woods gibt dem Turnier den Glanz."
Auch der deutsche Golfprofi Alex Cejka ist froh, dass Woods wieder spielt: "Seine Rückkehr ist ein unbezahlbarer ökonomischer Impuls. Wenn er wieder regelmäßig spielt, ist die Aufmerksamkeit überall größer. Spieler, Sponsoren, Fans und Medien eingeschlossen." Es sei schließlich kein Geheimnis, so Cejka, dass es aufgrund der globalen Finanzkrise geringere Einnahmen auf der Golf-Tour geben werde.
Über Woods' Leistungsstand herrscht dagegen noch Unklarheit. Die Belastung mit möglicherweise sieben Runden in fünf Tagen ist bei der Matchplay-WM extrem hoch. "Er trifft den Ball wirklich gut. Ich würde sagen, er ist besser denn je", hatte unlängst Woods' Freund und Kollege Mark O'Meara berichtet.
"Tiger hätte schon vor Wochen spielen können. Ich glaube nicht, dass er viele Proberunden braucht. Er wird die Herausforderung schon stemmen", ergänzte US-Golfer Stuart Appleby.
Woods, der 1996 ins Profilager wechselte, hat bislang rund 100 Millionen Dollar an Prämien für 33 Siege auf der Europa- und 65 auf der US-Tour erspielt. Seine Werbeeinnahmen werden auf 80 Millionen Dollar pro Jahr geschätzt.