Golf Tiger Woods wieder Nummer eins
Miami - Mit 264 Schlägen (65, 70, 63, 66) siegte Woods (USA) mit einem Schlag vor seinem Landsmann Phil Mickelson (64, 66, 66, 69). Neben dem Siegerscheck von 990.000 Dollar gewann Woods auch einen Sportwagen, den er seinem derzeit verletzten Caddie Steve Williams schenkte, der sich kürzlich eine Fußverletzung bei einer Motorsportveranstaltung zugezogen hatte.
Doch weder das Preisgeld noch der schicke Sportwagen zählten für Woods, sondern vielmehr die Tatsache, dass er ein halbes Jahr nach dem Verlust der Spitzenposition der Weltrangliste wieder die neue Nummer eins der Golfwelt ist. Knapp einem Monat vor dem ersten Majorturnier der Saison, dem Masters in Augusta (7.-10.4.), befindet sich Woods in Topform. "Es hat riesigen Spaß gemacht. Ich wollte Phil das Leben schwer machen und habe selber sehr gut gespielt", kommentierte Woods seinen zweiten Saisonsieg, "das war ein regelrechtes Duell auf dem Platz. Ohne Zweifel lag eine Menge Elektrizität in der Luft. Bis zum Schlussloch war alles möglich, und wir haben beide auf höchstem Niveau gespielt."
Mickelson war mit zwei Schlägen Vorsprung in die Finalrunde gestartet, doch mit einem Eagle auf dem zwölften Loch ging Woods erstmals in Führung. Am 17. Loch verwandelte er zudem einen Birdie-Putt aus 10 Metern und baute seine Führung auf zwei Schläge aus. Dritter wurde Singh (269-68+67+68+66) schlaggleich mit Zach Johnson aus den USA (269-68+70+64+67). Singh hatte im Herbst des vergangenen Jahres Woods nach dessen Rekord-Regentschaft von 264 Wochen an der Spitze der Rangliste abgelöst.
TV-Sender reiben sich die Hände
Trotz der Enttäuschung vermochte Mickelson dem Resultat eine positive Note abzugewinnen: "Ich war davon überzeugt, hier das beste Golf zu spielen. Heute war ein Schlag ins Gesicht, der mich nur härter arbeiten lässt." Mickelson wird in der Weltrangliste als Nummer vier geführt. Ein so spannendes Finale hatte der US-Tour seit Monaten gefehlt und sollte die während der vergangenen Saison sinkenden TV-Einschaltquoten wieder in die Höhe schnellen lassen.
Bernhard Langer, einziger deutscher Teilnehmer der Veranstaltung, absolvierte den Finaltag auf dem "Blue Monster"-Kurs mit 70 Schlägen und landete auf dem 57. Rang, der mit 12.100 Dollar belohnt wurde.
Der Kampf um die Vorherrschaft im Weltgolf ist inzwischen ein Vierkampf geworden. Neben Woods, Singh und Mickelson hat am vergangenen Wochenende auch der Südafrikaner Ernie Els in der arabischen Wüste ein Ausrufezeichen gesetzt. Als einziger Top-Ten-Spieler schlug Els bei der Dubai Desert Classic ab, gewann das zur European Tour zählende Turnier mit einem Schlag Vorsprung vor dem Spanier Miguel Angel Jiménez und festigte damit seinen dritten Rang in der Weltrangliste.