Golf Vom Winde verweht
Cork - Sven Strüvers Arbeitstag begann am Freitag im irischen Cork so, wie ein Golfprofi sich das eigentlich immer wünscht: Am ersten Loch gleich ein Birdie und sofort den Rückstand zur Spitze verkürzt. Fünf Schläge unter Par lag der 33-Jährige zu diesem Zeitpunkt auf dem Fota Island Golf Course (Par 71) und der Blick auf das Leaderboard, auf dem Colin Montgomerie mit -10 in Führung lag, verriet, dass bei der "Murphy Irish Open" für Strüver noch einiges möglich schien.
"Es war ein Überlebenskampf"
Siebzehn Löcher später war von derlei Gedankenspielen nichts mehr übrig geblieben. Nach einer Runde von 74 Schlägen war Strüver mit einem Gesamtergebnis von -1 auf den 42. Platz abgerutscht, und die zwischenzeitlich gehegten Hoffnungen auf eine Top-Ten-Platzierung waren in weite Ferne gerückt. "Die ersten neun Löcher waren eigentlich noch akzeptabel, aber auf den zweiten neun habe ich katastrophal geputtet", gab sich Strüver reichlich zerknirscht. "Es war ein einziger Überlebenskampf, und ich bin froh, dass ich am Ende noch den Cut geschafft habe."
Strüver, der am Freitagnachmittag auf die Runde musste, hatte wie die meisten Spätstarter mit dem immer stärker aufkommenden Wind zu kämpfen, und er war nicht der einzige, der einbrach. Irlands Ryder-Cup-Spieler Padraig Harrington beispielsweise ließ einer 67er-Runde zum Auftakt eine 72 folgen, sein Landsmann Eamonn Darcy, der am Donnerstag noch mit 65 Schlägen an zweiter Position lag, rutschte nach 75 Schlägen im Wind von Fota Island ins Mittelfeld ab. Noch schlimmer erging es dem Spanier José-Maria Olazabal: Nach einer 69 zum Auftakt brachte er am Freitag gerade mal eine 75er-Runde zustande und verpasste den Cut (142) um zwei Schläge.
Simsek bester Deutscher
Erfreulich hingegen die Leistung von Erol Simsek, der nach tapferen Kampf eine Runde von 72 Schlägen zustande brachte und mit zwei Schlägen unter Par als bester Deutscher auf dem 27. Platz liegt. "Ich habe gekämpft wie ein Löwe", beschrieb Simsek seinen zweiten Arbeitstag in Irland. "Es ging nur noch darum aus jeder Lage das Par zu spielen. An Birdies war überhaupt nicht denken".
Pech hatte Tobias Dier. Der Tourneuling konnte sich nach seinem verpatzten Auftakt vom Donnerstag (73 Schläge) steigern und verpasste nach einer 70er-Runde und einem Gesamtergebnis von einem Schlag über Par den Cut um einen Schlag. Mit dabei ist indes Thomas Gögele (Semlin) nach Runden von 70 und 72, die bei Halbzeit der mit 1,6 Millionen Euro dotierten Veranstaltung der European Tour den 55. Platz bedeuteten.
Cejka enttäuschte
Enttäuschend war die Vorstellung von Alexander Cejka. Der gebürtige Tscheche spielte nach einer vielversprechenden 70er-Runde zum Auftakt eine frustrierende 76 und muss das Wochenende auf der Driving Range verbringen.
In Führung liegt nach dem zweiten Tag der Schotte Montgomerie mit 10 unter Par (63+69) vor dem Engländer Anthony Wall (-8/67+67) und einer Gruppe von vier Spielern, zu der auch der Däne Thomas Björn gehört, mit jeweils sieben Schlägen unter Par.