Golf WM ohne Stars
Melbourne - Wenn ab Mittwoch im australischen Melbourne die Schläger zum ersten prestigeträchtigen Golfturnier des Jahres geschwungen werden, sind von der Top Ten der aktuellen Weltrangliste nur vier Spieler vertreten. Namen wie Tiger Woods, David Duval, Phil Mickelson, Lee Westwood, Colin Montgomerie und Davis Love III sucht man vergeblich auf der Liste der 64 Golfer, die bei der mit fünf Millionen Dollar dotierten Matchplay-WM antreten. Als Gründe für das Ausbleiben der Stars sind der ungünstiger Termin (zu nah an Weihnachten und Silvester) und die strapazierende Anreise nach Australien angeben worden.
Aus dem Flieger direkt an den ersten Abschlag
Titelverteidiger Darren Clarke aus Nordirland wird ebenfalls auf einen Auftritt in Melbourne verzichten, weil er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte, ehe er am 25. Januar in Südafrika sein Saisondebüt geben wird. Weil ein Großteil der Golf-Elite fehlt, ist Ernie Els, die aktuelle Nummer zwei der Weltrangliste, von den Fachleuten zum Favoriten erklärt worden. Der Südafrikaner war auch Gesprächsstoff Nummer eins nach der Übungsrunde am Montag. Und dies, obwohl er nicht einmal teilgenommen hat. Denn auch "The Big Easy", wie der Zwei-Meter-Hüne mit dem lockeren Schwung von seinen Bewunderern genannt wird, zog das Zusammensein mit der Familie einer Platzbegehung vor. Els wird erst am heutigen Dienstag in Melbourne erwartet.
Immerhin hat sein Caddy den Platz in Betracht genommen, als er während des Übungstag mit Masters-Sieger Vijay Singh (Fidschi) mitlief und sich Notizen machte. "Das ist der Job des Caddies, aber Ernie muss die Schläge machen", beurteilte Singh die ungewöhnliche Vorbereitung seines Kollegen.
"Die Grüns sind unglaublich"
Von den 64 Golfern, die in einem K.o.-System um einen Siegerscheck von einer Millionen Dollar kämpfen, äußerten sich fast alle lobend über die hervorragenden Konditionen des Metropolitan-Platzes in Melbourne. "Dies ist einer der besten Plätze, die ich seit einiger Zeit gespielt habe", sagte Singh. "Die Grüns sind unglaublich." Auch der Amerikaner Tom Lehman, British-Open-Sieger von 1996, ist begeistert vom Zustand des Platzes. Über die Vorbereitung seines Kollegen Els wunderte er sich zwar ebenso wie die anderen, fügte aber hinzu: "Ernie ist so talentiert, dass man lieber nicht gegen ihn wetten sollte. Wahrscheinlich hat er zu Hause 36 Löcher am Tag trainiert, bis Mitternacht Chippen und Putten geübt, so dass er hier in Topform auftaucht."
Als einziger Deutscher wird Bernhard Langer an den Start gehen. Der Anhausener wird in der ersten Runde auf Hidemichi Tanaka treffen. Ein harter Brocken, denn der Japaner hatte zuletzt bei der WGC-Championship in Valderama ein Ausrufezeichen gesetzt und gilt als eines der aufstrebenden Talente der Australasia-Tour.