Greta Arn: "Tierischer Spaß" gegen Davenport - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Greta Arn "Tierischer Spaß" gegen Davenport

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Melbourne - Greta Arn hat Titelverteidigerin Lindsay Davenport unter Melbournes Sommersonne fast zur Weißglut getrieben. "Mir hat es tierisch Spaß gemacht. Und Lindsay habe ich ziemlich zur Verzweiflung gebracht, sie hat zweimal ihr Racket weggeschmissen", meinte die 21-jährige Deutsche nach ihrer 2:6, 6:4, 2:6- Zweitrundenniederlage gegen die lustlose Amerikanerin. Und: "Einen Satz gegen die Nummer zwei der Tenniswelt zu gewinnen, das ist doch nicht so schlecht."

So schlecht war das Melbourne-Debüt der Weltranglisten-Nummer 146 in der Tat nicht. "Ich hatte hier nichts zu verlieren", wusste Greta Arn vor ihrer Dienstreise nach Down under. Und die Bilanz gibt ihr Recht: Vier Matches (drei in der Qualifikation) und viel Erfahrung gewonnen, dazu fast 24.000 Mark Preisgeld kassiert. "Ich glaube, die anderen denken jetzt mehr über mich nach, die haben jetzt vielleicht mehr Respekt vor mir", sagte die am 13. April 1979 in Budapest geborene Tennisspielerin, die heute in München wohnt und an der Niki-Pilic-Tennisakademie trainiert.


"Unterhose und Bikini"


Noch schaut Greta Arn trotz ihrer Körpergröße von 1,83 Meter zur Konkurrenz zumeist auf. Doch das soll sich ändern. "Ich bin auf jeden Fall jetzt sicherer", erklärte sie nach dem ersten Satzgewinn bei ihrem dritten Grand-Slam-Turnier selbstbewusst. Im Vorjahr hatte sie sich bei den US Open und in Wimbledon bereits in der ersten Runde verabschiedet. Diesmal strauchelte die Qualifikantin an der zweiten Hürde und war trotzdem "wahnsinnig froh". Zum dritten Mal durfte sie in der brandneuen Vodafone-Arena aufschlagen, gegen die an Nummer zwei gesetzte Lindsay Davenport sogar vor 10.000 Fans. Arn: "Es war knacke voll, und es war ein super Erlebnis."

Dem schrillen Outfit oder Retro-Look ihrer Kolleginnen kann Greta Arn wenig abgewinnen. Sie selbst will mehr durch sportliche Leistung auffallen und bevorzugt schlichtes Grau als Berufskleidung: "Ganz einfach: Hose und T-Shirt. Aber die Mädels ziehen ja heute fast alles an. Irgendwann kommen die mal in Unterhose und Bikini auf den Platz."