Hamburg-Marathon Baumann ging die Puste aus
Hamburg - "Ich war einfach zu schlapp. Nichts ging mehr. Wahrscheinlich hat mir in der Vorbereitung die spezielle Tempohärte gefehlt", sagte der 37 Jahre alte Schwabe nach dem Start in die "zweite Karriere".
Fast eine Million Zuschauer standen beim Hamburg-Marathon an der Strecke. Den vielen Fans, die Dieter Baumann bereits beim Start um 9.00 Uhr bei 5 Grad Celsius frenetisch gefeiert hatten, blieb als Trost der souveräne Erfolg der Leverkusenerin Sonja Oberem. Die WM-Fünfte von Edmonton setzte sich bei Kilometer 31 entscheidend von ihrer großen Konkurrentin Luminita Zaituc (Braunschweig/2:30: 03) ab, blieb in 2:26:20 Stunden nur sieben Sekunden von ihrer Bestzeit entfernt, verpasste aber den drei Jahre alten Streckenrekord von Katrin Dörre-Heinig (2:24:35) deutlich.
"Mehr war angesichts des Windes nicht möglich. Wenn man die Zeiten der anderen sieht, muss ich mit dem Rennen zufrieden sein", sagte Oberem, die ebenso die Siegprämie von 15.000 Euro kassierte wie Christopher Kandie (Kenia), der bei den Männern in 2:10:16 Stunden vor dem Äthiopier Hailu Neguse (2:10:24) triumphierte.
Riesiges Medieninteresse am "Schwabenpfeil"
Das Interesse am Rundkurs mit Start und Ziel an der Messe galt
aber fast ausschließlich Dieter Baumann. Bereits vor dem Start
hatten zahlreiche Kamerateams den mit 40.000 Euro Antrittsgage
bedachten besten deutschen Langstreckenläufer der letzten 15 Jahre
ins Visier genommen.
Mit dem typischen "Tunnelblick" und der geplanten
Defensivtaktik ging Baumann ins Rennen.
"Ich möchte in etwa 65 Minuten bei der Halbmarathon-Distanz
durchgehen", hatte der "Schwabenpfeil" die Marschroute ausgegeben.
Und mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks hielt er diesen Plan ein.
Zwei Wochen nach seinem glanzvollen Auftritt über 10.000 m
beim European Challenge im italienischen Camaiore (27:38:51)
versagten dann aber zunehmend die Beine Dieter Baumann ihren
Dienst.
"Offenbar haben mir die langen Tempoläufe in Marathontempo
gefehlt. Aber ich verfüge dennoch über eine gute Grundlage und
blicke optimistisch in die Zukunft", sagte Baumann, "im nächsten Jahr wird es definitiv einen zweiten Versuch geben."