Hamburg-Masters Russe Juschni verdirbt Becker die Laune
Hamburg - Mayer hielt der Last des Alleinunterhalters nicht stand und schied als letzter deutscher Tennisprofi beim Mastersturnier am Hamburger Rothenbaum aus. Der 20 Jahre alte Hoffnungsträger aus Bayreuth verlor im Achtelfinale gegen Juschni mit 0:6, 6:7 (4:7). Der Russe hatte bereits Nicolas Kiefer und Lars Burgsmüller aus dem Turnier geworfen und sich damit unbeliebt gemacht. "Als Chairman lade ich ihn nächstes Jahr nicht mehr ein", sagte Boris Becker schmunzelnd.
"Ich bin enttäuscht, denn den zweiten Satz hätte ich einfach gewinnen müssen. Das war wie bei Tommy Haas gegen Lleyton Hewitt", sagte Mayer. "Vielleicht hätte er sich das Match von Tommy nicht ansehen sollen", befand Becker. Das mit einer Wildcard gestartete Talent suchte zu Beginn seines ersten Achtelfinals bei einem Masters-Turnier vergeblich seinen Rhythmus und gewann gegen den fehlerlos beginnenden Juschni nicht ein Spiel im ersten Satz. Nach 18 Minuten hatte ihn die 0:6-Höchststrafe ereilt. "Florian ist überwältigt von der Situation. Er wirkt sehr nervös. Ihm fehlt die Erfahrung", stellte Daviscup-Kapitän Patrik Kühnen fest.
Erst im zweiten Satz wehrte sich der Youngster mit Erfolg. Als er sein Aufschlagsspiel zum 1:0 gewann und ihm danach das erste Break zum 2:0 gelang, erwachten die rund 10.000 Fans auf dem Center Court. "Jetzt geht's los", hallte es durch die Arena. Plötzlich rief Mayer sein ganzes Repertoire ab - die raffinierten Stopps, die sicher gespielten Überkopfbälle und seine eingesprungene Rückhand.
Doch wie Haas am Tag zuvor gab Mayer eine 5:1-Führung aus der Hand, vergab beim Stand von 5:4 einen Satzball und war auch im Tiebreak glücklos. Mayer war mit seinem Hamburg-Debüt dennoch zufrieden. "Ich bin happy, dass ich zwei Runden gewonnen habe. Aber es ist noch ein weiter Weg, um ganz vorn mitzuspielen."