Handball Deutsche Herren in Top-Form
Athen - Im Stile eines Champions erteilten die deutschen Handballer Angstgegner Ägypten eine Lehrstunde, gegen den es vor vier Jahren in Sydney eine 21:22-Niederlage gesetzt hatte.
Der Europameister ließ sich im zweiten Gruppenspiel beim 26:14 (14:5) auch von der überharten Gangart der Nordafrikaner nicht aus dem Konzept bringen. Die beiden Außenspieler Stefan Kretzschmar und Florian Kehrmann sowie Rückraumakteur Volker Zerbe waren mit jeweils fünf Treffern die erfolgreichsten Werfer in einer homogenen DHB-Auswahl.
Zwei Tage nach dem 28:18-Auftakterfolg gegen Griechenland liegt das Team von Bundestrainer Heiner Brand klar auf Viertelfinal-Kurs. Nächster Vorrundengegner in der Gruppe B ist am Mittwoch (20.30 Uhr) Brasilien, das mit 19:20 gegen Ungarn die zweite Niederlage kassierte.
Frankreich, voraussichtlich ärgster Rivale im Kampf um den Gruppensieg, konnte gegen Griechenland erst in der letzten Viertelstunde überzeugen und gewann gegen den Gastgeber nur mit 29:25.
Das deutsche Team hingegen überzeugt auch gegen Ägypten von Anfang an und führte schon nach zwölf Minuten mit 6:0. Die Abwehr stand sicher, und der herausragende Torhüter Henning Fritz entschärfte fast alle Würfe, die doch aufs Tor kamen. Neben einem Siebenmeter machte er allein bis zur Pause sieben Großchancen zunichte. Erst nach 13 Minuten gelang den Ägyptern durch Saber Hussein der erste Treffer. Auch die Rote Karte gegen Mannschaftskapitän Klaus-Dieter Petersen wirkte sich nicht negativ aus, weil Jan-Olaf Immel ein guter Vertreter in der Abwehrmitte war.
Ägypten war auch deswegen chancenlos, weil Rückraumspieler Hussein Zaky, laut Brand "eine absolute Granate", aus unerfindlichen Gründen nicht auf dem Parkett stand. Die Gerüchteküche brodelt, nachdem bereits Hussein Awwad im Juli für zwei Jahre wegen Dopings gesperrt worden war. Dieser war schon der zweite Ägypter, der innerhalb von anderthalb Jahren des Dopings überführt worden war.