Handball: Deutsche Herren stolpern ins Viertelfinale - DER SPIEGEL
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Handball Deutsche Herren stolpern ins Viertelfinale

Mit ihrer bisher schwächsten Leistung in Sydney hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft ihr letztes Vorrundenspiel mit 21:22 gegen Ägypten verloren. Nun trifft das DHB-Team im Viertelfinale auf Goldfavorit Spanien.
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Sydney - Vor 6 000 Zuschauern im ausverkauften Pavillon 2 vergab Kreisläufer Christian Schwarzer mit dem letzten Wurf die Chance zum Unentschieden, das den Gruppensieg vorzeitig gesichert hätte. Brand hatte vergeblich versucht, die siegessichere DHB-Auswahl vor den schnellen und kampfstarken Ägyptern zu warnen. Die Nordafrikaner lagen zwar bis zur Halbzeit 8:11 zurück, weil vor allem wieder der Flensburger Torwart Jan Holpert mit zwei gehaltene Siebenmetern und fast einem Dutzend Glanzparaden einen möglichen Rückstand verhinderte. Doch schlich sich eine unerwartet hohe Zahl technischer Fehler ein, und die Quote der Fehlwürfe erhöhte sich bis zum Spielende auf 57 Prozent. Volker Zerbe gelang wie Schwarzer lediglich ein Tor bei fünf Versuchen. Nach dem 15:14 (39.) gelang zehn Minuten kein Treffer.

Selbst in der Überzahl ließ sich die DHB-Auswahl nichts einfallen, um die quirligen afrikanischen Angreifer in ihrem Angriffselan zu stoppen. Das Spiel über den treffsicheren Rechtsaußen Florian Kehrmann (5) und den trickreichen Stefan Kretzschmar (3) wurde zudem sträflich vernachlässigt. Bereits beim ersten Rückstand von 15:16 (43.) deutete sich die Niederlage an. Als Schwarzer mit dem letzten Ball die letzte Chance verwarf, küssten die Ägypter vor Freude über ihren dritten Sieg den Boden. Vor vier Jahren in Atlanta hatten die Afrikaner mit einem Sieg über das deutsche Team für dessen Talfahrt bis auf Rang sieben gesorgt.

Nach der unnötigen Niederlage gegen Ägypten schließt das Team von Bundestrainer Heiner Brand die Vorrunde nur als Zweiter ab und trifft nun im Viertelfinale am Dienstag auf Spanien und nicht wie gewünscht auf Slowenien. Die Spanier gelten als der Geheimtipp auf die Goldmedaille, unterlagen aber Weltmeister Schweden mit 27:28. Das Team um Inaki Urdangarin, den Gemahl der spanischen Prinzessin Cristina, fiel damit auf Rang drei noch hinter B-Gruppensieger Schweden und Frankreich zurück. Schweden spielt am Dienstag gegen Ägypten, Frankreich trifft auf Jugoslawien, das gegen Russland im letzten Spiel des Abends 25:27 verlor. Der dreimalige Olympiasieger Russland trifft in der K.o- Runde auf die Slowenen, die in der B-Gruppe nach dem 22:20 gegen Tunesien Platz vier belegten.

Von Rainer Fülscher, dpa