Handball Einspruch gegen Lizenzentzug
Gummersbach - Gegen den Lizenzentzug der Spielberechtigung in der ersten Handball-Bundesliga will sich der VfL Gummersbach nun zur Wehr setzen. Der Handball-Rekordmeister hat gegen die Verweigerung der Lizenz durch den Ligaausschuss des Deutschen Handball-Bundes (DHB) Einspruch eingelegt. Sollte nach einer "Gnadenfrist", die die Akteure ihrem Verein gesetzt haben, keine positive Reaktion des Ligaausschusses vorliegen, droht die Mannschaft jedoch endgültig auseinander zu fallen. Auch die Spieler, die noch längerfristige Verträge beim VfL haben, wollen bis Sonntag Klarheit über ihre Zukunft haben.
Der erfolgreichste deutsche Handballclub mit insgesamt 27 Titeln soll nach einstimmiger Entscheidung des achtköpfigen DHB-Ligaausschusses in den Niederungen der Regionalliga einen Neuanfang starten. "Es ist für den Handball tragisch, wenn so ein Traditionsverein von der Bildfläche verschwindet. Aber Gummersbach konnte die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht erfüllen", hatte Liga-Chef Heinz Jacobsen die Ablehnung begründet und gleichzeitig bedauert.
Nach dem Einspruch beim Ligaausschuss, der nun über seine eigene Entscheidung nochmals votieren muss, bleibt in letzter Instanz noch der Einspruch beim sechsköpfigen DHB-Präsidium. Dort hat ausgerechnet der Gummersbachers Ulrich Strombach den Vorsitz inne.
Der VfL steht nun vor dem Ausverkauf. Schon vor Wochen hatten drei Spieler bei anderen Clubs angeheuert: der Franzose Eric Amalou beim ThSV Eisenach, Tomas Axner bei GWD Minden und Ersatztorhüter Jörg Zereike beim Tusem Essen. Kapitän und Superstar Kyung Shin Yoon, der in Gummersbach rund 32.000 Mark netto im Monat kassiert, wird ebenfalls mit Tusem in Verbindung gebracht.