Handball-EM 2016: Das ist Halbfinalgegner Norwegen - DER SPIEGEL
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Norwegen: Viel Wurfgewalt und ein alter Bekannter

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Handball-Halbfinalgegner Norwegen "Vergesst Fußball"

Es ist das Treffen zweier Überraschungsteams: Wie die deutschen Handballer wurde auch Norwegen vor der Europameisterschaft unterschätzt. Der Halbfinalgegner im Kurzporträt.
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Der Einzug der Nationalmannschaft ins EM-Halbfinale hat in Norwegen Euphorie ausgelöst. "Vergesst Fußball und Hockey", schrieb die Tageszeitung "Dagbladet": "Nur die Handballjungs haben's drauf."

Schon jetzt hat das Team von Trainer Christian Berge den größten Erfolg bei einer Europameisterschaft erreicht. Das bislang beste Ergebnis war Platz sechs beim Turnier im eigenen Land 2008.

Neben Halbfinalgegner Deutschland ist Norwegen die große Überraschung in Polen. Bei der Weltmeisterschaft in Katar waren die Skandinavier nicht mal dabei, vor zwei Jahren reichte es bei der EM nur für Platz 14.

Doch spätestens der deutliche Sieg gegen Weltmeister und Olympiasieger Frankreich hat gezeigt, wie stark die Norweger sind. "Wir haben den Weltmeister mit fünf Toren geschlagen. Das zeigt, was in diesem Team schlummert", sagt Kent Robin Tønnesen, der beim Bundesligisten Füchse Berlin spielt.

Wer sind die gefährlichsten Spieler des deutschen Halbfinalgegners? Und wie hat Norwegen bislang gespielt? Die wichtigsten Infos im Überblick.

Die besten Spieler

Wie in der deutschen Mannschaft gibt es keine großen Stars. Die Stärke der Norweger sind wie bei der DHB-Auswahl der Teamgeist, der Siegeswille und die Kampfbereitschaft. "Norwegen hat einen unglaublich dynamischen Rückraum", sagt der deutsche Bundestrainer Dagur Sigurdsson: "Sie sind jung, haben sehr viel Wurfkraft aus der zweiten Reihe, zwei starke Kreisläufer und eine bewegliche Abwehr."

Aufpassen muss die deutsche Mannschaft besonders auf Rückraumspieler Tønnesen und Kreisläufer Bjarte Myrhol vom dänischen Klub Skjern Handbold. Insgesamt spielen fünf der 16 Norweger in der Bundesliga. Mit Kristian Björnsen (Wetzlar) und Christian O'Sullivan (Magdeburg) kommen demnächst zwei weitere dazu. Myrhol spielte bis zur vergangenen Saison bei den Rhein-Neckar Löwen.

Der Trainer

Auch Christian Berge hat lange in der Bundesliga gespielt, von 1999 bis 2006 lief er für die SG Flensburg-Handewitt auf. Derzeit trainiert der 42-Jährige in Doppelfunktion auch den norwegischen Erstligisten Elverum HB.

Geschickt hat Berge sein Team zum Außenseiter erklärt. "Die EM kommt noch zu früh", sagte er vor dem Turnier: "Wir wollen in die Hauptrunde, um möglichst viel Erfahrung zu sammeln." Nach den beeindruckenden Leistungen dort muss er im Halbfinale gegen Deutschland mit der Favoritenrolle leben.

Der Weg ins Halbfinale

Nur in der Vorrunde gab es eine Niederlage: Gleich im ersten Spiel unterlagen die Norweger 25:26 gegen den späteren Gruppenletzten Island. Eine weitere Parallele zu den Deutschen: Auch das DHB-Team verlor die Auftaktpartie gegen Spanien und startete dann seine Siegesserie.

In der Hauptrunde setzte Norwegen sich dann beeindruckend durch. Vier Siege und ein Unentschieden bedeuteten Platz eins - und das in einer starken Gruppe: Weltmeister Frankreich (29:24) wurde ebenso entzaubert wie Gastgeber Polen (30:28) und Kroatien (34:31).

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cte/dpa