Handball-EM: Deutschland verliert Finaldrama - DER SPIEGEL
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Handball-EM Deutschland verliert Finaldrama

Lange Zeit war die deutsche Handball-Nationalmannschaft im EM-Finale dem Sieg nahe. In der Verlängerung setzten sich die favorisierten Gastgeber aus Schweden dann doch noch durch.
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Stockholm - Denkbar knapp hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft am Sonntagabend das "Wunder von Stockholm" und damit den ersten internationalen Titelgewinn seit 1978 (Weltmeister Bundesrepublik) und 1980 (Olympiagold DDR) verpasst. Zum Abschluss eines unerwartet guten Turnierverlaufs musste sich das Team von Bundestrainer Heiner Brand im Finale der Europameisterschaft 2002 Gastgeber Schweden in der Verlängerung mit 31:33 (26:26/14:13) geschlagen geben.

Die deutsche Mannschaft startete vor 14.303 Zuschauern in der ausverkauften Globen Arena von Stockholm gut, leistete sich dann aber ein paar Unkonzentriertheiten und geriet so zunächst in Rückstand. Erst in der spannenden Schlussphase der ersten Halbzeit konnten die kämpferisch starken Deutschen dann wieder den Anschluss herstellen und erzielten kurz vor der Halbzeitsirene sogar die 14:13-Führung duch einen Treffer des starken Kreisläufers Mark Dragunski.

Herangekämpft bis zum Wechselfehler

In der zweiten Hälfte konnte sich zunächst kein Team entscheidend absetzen. Nach 43 Minuten führte Deutschland dann erstmals mit drei Toren Differenz (20:17) und schien das Spiel zu kontrollieren. Doch dann vergaben die Deutschen ihre Chancen, scheiterten am herausragenden schwedischen Torsteher Peter Gentzel und die Gastgeber konnten zum 20:20 ausgleichen (47.).

Ein Wechselfehler der deutschen Mannschaft schien dann beim Stand von 21:21 für die vorzeitige Entscheidung zu sorgen. Daniel Stephan saß wegen eines Foulspiels schon auf der Bank, als Heiner Brand einen Mann zuviel aufs Feld brachte. Die Folge: Eine weitere Zeitstrafe für Deutschland. Und ihre 6:4-Überzahl nutzten die Schweden, um schnell auf drei Tore davonzuziehen.

Ausgleich kurz vor Schluss

Doch das zu keinem Zeitpunkt resignierende Brand-Team kam noch einmal heran, und führte sieben Sekunden vor dem Ende sogar mit 26:25. Dann jedoch gelang den Schweden noch der glückliche Ausgleich, und in der zweimal fünfminütigen Verlängerung setzten sich die clever agierenden Gastgeber schließlich durch.

"Wir waren sehr, sehr nah dran, und wenn man dann so verliert, ist das bitter", trauerte Bundestrainer Heiner Brand anschließend den verpassten Chancen nach. "Wir waren in der Form, hier gewinnen zu können."

Dänemark gewinnt Bronze

Die Bronzemedaille der EM 2002 sicherte sich Deutschlands Semifinal-Gegner Dänemark mit einem 29:22 (13:11)-Sieg über Island. Der Flensburger Lars Krogh Jeppesen (8) sowie der glänzende Keeper Michael Pedersen sicherten den Dänen vor 12.372 Zuschauern in der Globen Arena die bislang beste Platzierung bei einer EM.

Olympiasieger Russland belegte Platz fünf. Das Team um den Essener Bundesliga-Profi Dimitri Torgowanow besiegte im Platzierungsspiel in Stockholm Weltmeister Frankreich mit 31:28 (14:11).