Handball-Endspiele Kiel erkämpft Remis, HSV siegt
Hamburg - Mit nur acht einsatzbereiten Feldspielern erreichte der THW Kiel im Hinspiel des deutschen Finals bei der SG Flensburg-Handewitt ein 28:28 (12:10) und hat im Rückspiel am kommenden Sonntag alle Chancen auf den Triumph in der Königsklasse. Außer auf die Langzeitverletzten Lars Krogh Jeppesen, Viktor Szilagyi, Marcus Ahlm und Nationaltorhüter Henning Fritz mussten die Kieler auch noch auf Kapitän Stefan Lövgren verzichten.
Die Flensburger verpassten es, sich gegen den dezimierten Erzrivalen eine bessere Ausgangsposition für das Duell in der Kieler Ostseehalle zu verschaffen. Acht Tage nach dem Sieg gegen die SG im Pokal-Halbfinale waren die Kieler erneut die cleverere Mannschaft. Während die Gastgeber trotz des besseren Starts vor 6318 Zuschauern in der ausverkauften Campushalle im Laufe der Partie zunehmend nervöser wirkten, machte der THW das Beste aus seinen eingeschränkten Möglichkeiten. Flensburgs Torwart Dan Beutler verhinderte mit insgesamt zehn Paraden im ersten Durchgang noch einen höheren Rückstand.
Nach der Pause wurden die Gäste immer stärker und kamen vor allem aus dem Rückraum zu zahlreichen leichten Toren. Beste Werfer auf Seiten der Kieler waren der Franzose Nikola Karabatic mit acht Toren und Weltmeister Christian Zeitz mit sieben Treffern. Für die Flensburger, die immer wieder am glänzend aufgelegten THW-Torhüter Thierry Omeyer scheiterten, waren Lars Christiansen (9) und Johnny Jensen (6) die erfolgreichsten Torschützen.
Der HSV Hamburg hat im Europacup der Pokalsieger einen wichtigen Schritt zum größten Erfolg in seiner Vereinsgeschichte gemacht. Die Hanseaten gewannen Zuhause in der Color Line Arena das Final-Hinspiel mit 28:24 (14:12) gegen die Spanier von Ademar Leon. Das Rückspiel findet am kommenden Sonntag in Leon statt. Kjung-Shin Yoon war mit zehn Toren der beste Werfer der Hamburger, bei denen Thomas Knorr in der 60. Minute die Rote Karte sah.
Im ersten Final-Spiel des EHF-Pokals spielte der deutsche Vertreter SC Magdeburg 30:30 (13:15) bei CAI Aragon (Spanien). Dem polnischen Nationalspieler Karol Bielecki gelang mit einem Gewaltwurf aus 17 Metern Entfernung kurz vor dem Abpfiff noch der Ausgleich. Mit neun Treffern hatte der Pole ebenso großen Anteil an der starken Auswärtsleistung des Bundesliga-Dritten wie Weltmeister Johannes Bitter im Tor. Mit einem Erfolg im Rückspiel am kommenden Sonntag kann Magdeburg zum dritten Mal nach 1999 und 2001 die Trophäe gewinnen.
guv/sid/dpa