Handball Flensburg chancenlos gegen Kiel
Hamburg - Mit dem ersten Sieg beim Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt seit sechseinhalb Jahren hat der THW Kiel seinen Titelanspruch in der Handball- Bundesliga eindrucksvoll untermauert. Die "Zebras" gewannen das 60. Nordderby 37:29 (17:16) und behaupteten ihre souveräne Tabellenführung mit nunmehr 31:1 Punkten. Zugleich bauten die in dieser Saison noch unbesiegten Kieler ihre Rekordserie auf 35 Ligaspiele ohne Niederlage aus.
Kieler Andersson: Kraftvoll aus dem rechten Rückraum
Foto: Getty ImagesDagegen musste Flensburg bereits die dritte Pflichtspielpleite innerhalb einer Woche hinnehmen - und die Überlegenheit des THW anerkennen: "Keine Mannschaft kann gegen den THW gewinnen in der Meisterschaft. Zur Meisterschaft habe ich doch schon vor Saisonbeginn gratuliert", sagte Trainer Kent-Harry Andersson. Nach dem Pokal-Aus vergangenen Mittwoch gegen die Rhein-Neckar Löwen verliert die SG allmählich auch in der Liga die gesteckten Ziele aus den Augen. Mit inzwischen elf Minuspunkten muss die Mannschaft von Andersson nun sogar um den angepeilten Champions-League-Platz bangen.
Noch nicht einmal am Limit waren dagegen die Kieler. "Ich war sehr unzufrieden mit der ersten Halbzeit, da haben wir ungewöhnlich viele Fehler gemacht", sagte Trainer Alfred Gislason nach seinem ersten Nordderby auf der THW-Bank, zeigte sich letztlich aber doch zufrieden.
Vor 6300 Zuschauern in der ausverkauften Campushalle konnte Flensburg dem Nordrivalen nur phasenweise Paroli bieten. Vor allem in der zweiten Halbzeit demonstrierten die Kieler in beeindruckender Manier ihre derzeitige Überlegenheit und bauten den Vorsprung immer weiter aus. Zu viele Zeitstrafen und ein starker THW-Keeper Thierry Omeyer ließen die Flensburger schier verzweifeln. Bester Torschütze beim Rekordmeister war Filip Jicha mit neun Treffern. Bei Flensburg konnten sich Oscar Carlen und Thomas Mogensen mit jeweils sieben Toren als sicherster Werfer auszeichnen.
Schon im ersten Durchgang waren die Gäste begünstigt durch zwei frühe Flensburger Zeitstrafen schnell mit zwei Toren in Führung gegangen. Erst Mitte der ersten Halbzeit kam die SG besser ins Spiel und machte den Rückstand zunächst wieder wett. Die einzige Führung im Spiel erkämpfte sich der Gastgeber drei Minuten vor der Pause (16:15), ehe Kiel dann doch mit einem knappen Vorsprung in die Kabinen ging und diesen später immer mehr ausbaute.
Magdeburg unterliegt den Rhein-Neckar-Löwen
Erster Verfolger bleibt trotz einer überraschenden Niederlage der TBV Lemgo. Der Tabellenzweite unterlag beim stark aufspielenden VfL Gummersbach 29:31 (12:15) und hat bereits sechs Punkte Rückstand auf Kiel.
Die GWD Minden bezwang FA Göppingen 29:26 (17:9). Die Füchse Berlin setzten sich bei MT Melsungen 39:37 (20:18) durch. Zwangsabsteiger TuSEM Essen verlor zu Hause gegen den TSV Dormagen 27:28 (13:12). Der Stralsunder HV unterlag in eigener Halle dem HSV Hamburg 25:38 (15:19). Die HSG Nordhorn zitterte sich bei HBW Balingen-Weilstetten zu einem 32:30 (16:16) und der TV Großwallstadt besiegte die HSG Wetzlar 34:32 (17:13). Die Rhein-Neckar Löwen besiegten den SC Magdeburg 26:25 (16:12).
Pokal-Viertelfinale ausgelost
Bei der Auslosung des Pokalviertelfinals erwischte der THW Kiel ein machbares Los. Der Cupverteidiger muss in der Runde der besten acht Teams (10./11. März) bei der HSG Wetzlar antreten. In den drei weiteren Begegenungen treffen GWD Minden auf den diesjährigen Pokalfinalisten HSV Hamburg, die Rhein-Neckar Löwen auf Zweitligist HSG Düsseldorf und der VfL Gummersbach auf die HSG Nordhorn.