Rekord-Handballerin Schulterverletzung zwingt Jurack zu Karriereende
Handballerin Jurack: Karriereende wegen verletzter Schulter
Foto: Stuart Franklin/ Bongarts/Getty ImagesHamburg - Für einen Leistungssportler gibt es wohl nichts Schlimmeres, als wenn der Körper nicht mehr so will wie der Kopf. Schweren Herzens muss Grit Jurack genau das hinnehmen: Ein Knorpelschaden in der linken Schulter zwingt die erfolgreichste deutsche Handballerin zum sofortigen Karriereende.
"Es ist sehr traurig. Eigentlich wollte ich selbst den Zeitpunkt des Aufhörens bestimmen, nun kommt es leider doch anders. Aber ich kann auf 20 fantastische Jahre mit vielen Höhen und wenigen Tiefen zurückblicken", sagt die 34-Jährige.
Nach der verpassten Olympia-Qualifikation hatte sie Ende März zwar ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekanntgegeben. Für den dänischen Club Viborg HK wollte die Linkshänderin aber noch bis Juni 2013 auf Torejagd gehen. Eine Schulter-Arthroskopie brachte jetzt die schlimme Diagnose: "Der Schaden ist immens. Die Ärzte haben mir eindeutig zu verstehen gegeben, dass es mit Blick auf mein restliches Leben besser ist, sofort aufzuhören", sagt Jurack.
Jurack steht für eine Vielzahl von Rekorden im Handball
Jurack wird nun in Viborg erst einmal ihrem Marketing-Job nachgehen, doch auf Dauer wünscht sie sich etwas anderes. "Ich hoffe, es warten neue Herausforderungen auf mich. Ich würde gerne im Bereich meines Sportmanagement-Studiums arbeiten", sagt sie. Konkrete Pläne hat Jurack noch nicht, mit diesem plötzlichen Ende habe niemand gerechnet.
Grit Jurack steht im deutschen Frauen-Handball für eine Vielzahl von Rekorden. 305-mal lief sie im Trikot des Deutschen Handballbundes (DHB) auf - so oft wie keine andere. Häufiger stand nur Handballer Christian Schwarzer (318) für den DHB auf dem Feld. Mit 1579 Toren führt Jurack die DHB-Rangliste an. Fünfmal war sie Handballerin des Jahres (1999, 2000, 2001, 2007 und 2008). Ihr größten internationalen Erfolge waren WM-Bronze 1997 und 2007.
2006 gewann Jurack mit Viborg als erste Deutsche die Champions League. Das gelang ihr mit dem Club danach noch 2009 und 2010. Mit Viborg holte sie zudem die Vereins-EM 2006, vier dänische Meisterschaften und drei Pokalsiege. Mit Ikast Bording, ebenfalls ein Club aus Dänemark, wurde sie EHF-Cup- und Pokalsiegerin. Jeweils zweimal sicherte sie sich mit dem HC Leipzig, für den sie von 1993 bis 2001 und von 2003 bis 2004 spielte, die Deutsche Meisterschaft und den Pokalsieg.