Handball-Herren Dem Viertelfinale so nah
Sydney - Mit der besten Vorstellung seit Jahren haben die deutschen Handballer ihre Medaillenambitionen in Sydney untermauert. Der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) ist nach dem 28:22 (13: 11) über den zweimaligen Olympiasieger Jugoslawien (1972 und 1984) der Einzug ins Viertelfinale des olympischen Turniers praktisch nicht mehr zu nehmen. "Wir haben ein wichtiges Spiel gewonnen und guten Handball geboten. Darüber können wir uns allerdings nur kurz freuen, denn wir müssen uns schon auf die nächste Aufgabe konzentrieren", sagte Bundestrainer Heiner Brand.
Nach dem richtungweisenden Vorrundenspiel belegt die deutsche Mannschaft nach dem dritten Spieltag Platz zwei (5:1 Punkte) in der Gruppe A hinter dem ebenfalls ungeschlagenen russischen Team (6:0), das 26:24 gegen Südkorea gewann. Der dreimalige Olympiasieger ist am Freitag (19.30 Uhr Ortszeit/10.30 Uhr MESZ) nächster deutscher Gruppengegner. Nun braucht das Team von Bundestrainer Heiner Brand nur noch einen einzigen Punkt aus den letzten beiden Spielen gegen Russland (Donnerstag) und Ägypten (Samstag), um die K.o.-Runde der besten acht Mannschaften zu erreichen.
Die deutsche Mannschaft, in der Christian Schwarzer (FC Barcelona) sein 200. Länderspiel bestritt, war motiviert bis in die Haarspitzen. Mit sieben Toren hatte Florian Kehrmann vom Bundesligisten TBV Lemgo den größten Anteil an der gelungenen Revanche gegen Jugoslawien, das mit vier Bundesliga-"Legionären" agierte, für das 21:22 im Viertelfinale der WM 1999 in Ägypten. "Wir hatten noch eine Rechnung offen, die haben wir heute beglichen", schrie Kreisläufer Schwarzer vor Freude. In einem hochklassigen Spiel ging die Abwehr um Kapitän Klaus-Dieter Petersen konzentriert zu Werke und war Garant des Sieges. Torwart Henning Fritz (SC Magdeburg), der den Vorzug vor Jan Holpert (SG Flensburg) erhielt, überzeugte mit einer starken Vorstellung.
Erstmals ging die DHB-Sieben nach fünf Minuten mit 3:2 Toren in Führung, die sie bis zur Schluss-Sirene nicht mehr aus der Hand gab. Das Team ließ sich von den teilweise hitzköpfigen Jugoslawen nicht provozieren und überstand auch eine Schrecksekunde, als Daniel Stephan (TBV Lemgo) ohne Einwirkung des Gegners umknickte. Der 27-Jährige konnte nach einer Behandlung weiterspielen und warf sogar ein Tor.
In der Gruppe B musste ihre königliche Hoheit Prinzessin Christina mit ansehen, wie ihr Gemahl Inaki Urdangarin mit der spanischen Nationalmannschaft 23:25 gegen Frankreich unterlag. Die Gruppe führt wie erwartet Welt- und Europameister Schweden, der Tunesien 27:18 besiegte, ungeschlagen an (6:0 Punkte).