Handball-Bundesliga HSV Hamburg legt historischen Fehlstart hin
HSV-Torhüter Bitter: "Verstehe das nicht"
Foto: Simon Hofmann/ Bongarts/Getty ImagesHamburg - Die Sündenböcke waren schnell gefunden. Der HSV Hamburg gab den Schiedsrichtern eine Mitschuld an der vierten Niederlage in Folge, bei den Rhein-Neckar Löwen gerieten nach der ersten Saisonniederlage die Zeitnehmer in die Kritik. "Das Spiel ist schlecht und einseitig gepfiffen worden", schimpfte Matthias Rudolph, Aufsichtsratsmitglied der Hamburger, im Anschluss an die 28:31 (15:14)-Heimpleite gegen den HSG Wetzlar. Er stimmte damit in die Tiraden der HSV-Anhänger ein, die die Referees lautstark beschimpften und auspfiffen.
Dass die Schiedsrichter einen Anteil an der Niederlage hatten, sah auch HSV-Trainer Christian Gaudin so, wenngleich sich der Franzose vorsichtiger ausdrückte: "Ich muss noch Deutsch, aber auch einige andere Sachen lernen. Denn dieses Spiel habe ich nicht verstanden." Der deutsche Meister von 2011 und Champions-League-Gewinner von 2013, der sich seine Lizenz erklagt hatte, steht immer noch sieglos auf einem Abstiegsplatz.
Es waren aber auch selbstkritische Töne zu hören. "Wir sind nicht so gut, wie wir sein sollten", sagte Rudolph. In der 42. Minute hatte der HSV noch 23:20 geführt, doch in der entscheidenden Phase vergaben die Hanseaten etliche Chancen, und Kentin Mahé erhielt zu allem Überfluss auch noch eine Zeitstrafe wegen Meckerns. Er verstehe nicht, was derzeit los sei, klagte Torhüter Johannes Bitter.
Probleme mit der Hallenuhr
Nachverpflichtungen, die vor allem im Rückraum der Hamburger durchaus erforderlich wären, schloss Geschäftsführer Christian Fitzek aber definitiv aus. "Wir brauchen jetzt Zeit und Ruhe", sagte er. Stattdessen wolle man die Länderspielpause nutzen, um die personell runderneuerte Mannschaft enger zusammenzubringen.
Kleiner Trost: Zumindest an diesem Spieltag teilte der Tabellenführer die Sorgen des HSV. Beim Bergischen HC verloren die Rhein-Neckar Löwen überraschend 23:24 (11:9). Nach der ersten Saisonniederlage befand Coach Nikolaj Jacobsen sichtlich enttäuscht: "Wir haben leider unseren Rhythmus nicht gefunden, was auch an den ständigen Spielunterbrechungen aufgrund der Probleme mit der Hallenuhr lag." Die erste Hälfte dauerte aufgrund zahlreicher Unterbrechungen fast 45 Minuten.
Tabellenzweiter bleibt Frisch Auf Göppingen nach einem hart erkämpften 25:21 (12:11) gegen den HC Erlangen, der VfL Gummersbach feierte gegen Aufsteiger SG BBM Bietigheim einen 35:29 (16:13)-Heimsieg. Im Ostwestfalen-Duell kam der TuS Nettelstedt zu einem unerwartet klaren 35:27 (13:15) beim TBV Lemgo, der zum Bundesliga-Start noch den deutschen Meister THW Kiel bezwungen hatte.
Der TSV Hannover-Burgdorf verlor 24:28 (13:12) gegen den SC Magdeburg, es war die zweite Pleite Folge. Mit nur 3:7 Punkten aus den ersten fünf Spielen muss sich der Europapokal-Aspirant früh nach unten in der Tabelle orientieren. Der SC Magdeburg bleibt mit 7:3 Zählern dagegen den Top-Teams auf den Fersen.