Handball-Prügel Flensburg ordentlich vermöbelt
Ciudad - "Das ist eine verheerende Niederlage für den europäischen Handball, sowas habe ich noch nie erlebt", sagte Flensburgs Manager Manfred Werner nach der 22:31-Niederlage. Die höchste Niederlage des Bundesligisten im 63. Europacupspiel trat durch den Skandal in der Sporthalle von Ciudad Real völlig in den Hintergrund.
Kurz vor Spielende waren der kubanische Real-Kreisläufer Rolando Urios und der dänische SG-Rückraumspieler Lars-Krogh Jeppesen aneinandergeraten. Danach entwickelte sich eine wüste Massenschlägerei auf dem Parkett zwischen Spielern, Zuschauern, Ordnern und Offiziellen.
Trauriger Höhepunkt war der Ausraster von Ciudad-Real-Trainer Veselin Vujovic. Der frühere jugoslawische Nationalspieler tickte völlig aus und stürzte mit 30 Meter Anlauf und ausgestrecktem Bein zunächst auf SG-Linksaußen Lars Christiansen und schlug dann auf Jeppesen ein. Der Däne erlitt Prellungen an Kopf und Körper. Erst die Polizei, die aufs Parkett geholt werden musste, konnte die Streithähne trennen. Dabei mussten die Ordnungshüter allerdings auch einiges einstecken.
Rasmussen fordert Ablösung seines Trainerkollegen
Die SG erwägt nun eine Zivilklage gegen Vujovic. Außerdem will sie über die skandalösen Vorfälle ein Protokoll anfertigen und der Europäischen Handball-Föderation zustellen. SG-Trainer Erik-Veje Rasmussen fordert die Ablösung von Vujovic: "Dieser Trainer ist für diesen Verein nicht mehr tragbar."
Kaum tragbar für die SG war auch die Leistung der kroatischen Schiedsrichter Josic und Rudic, die die Norddeutschen regelrecht verpfiffen. Jeppesen und Christian Berge (beide 5) und Christiansen (4/2) waren die besten Werfer für den Bundesligisten, der die Spanier am 28.4. (14:30 Uhr) zum Final-Rückspiel erwartet.