Handball Schweden ist Europameister
Zagreb - Schweden bleibt nach einem wahren Krimi die Nummer eins im Welthandball. Der amtierende Weltmeister verteidigte in einer Neuauflage des WM-Finales von 1999 durch ein hart umkämpftes 32:31 (27:27, 24:24, 9:15) nach zweimaliger Verlängerung über Russland seinen Europameistertitel von 1998. Vor rund 5.000 Zuschauer im "Dom Sportova" von Zagreb war Magnus Wislander vom deutschen Meister THW Kiel mit zehn Toren Garant des Erfolges für die "Trekroners". Für Russland warf Dimitri Filipow (Wuppertal) fünf Toren.
Die Bronzemedaille sicherte sich Spanien durch ein 24:23 über Frankreich. Dabei mussten die Iberer auf den erkrankten Herzog Inaki Urdangarin verzichten. Die deutsche Nationalmannschaft, die das Endspiel bereits wieder vor den heimischen Fernsehschirmen verfolgte, belegte im Abschlussklassement mit einem einzigen Sieg (19:17 über Dänemark) den enttäuschenden neunten Platz. In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2001 in Frankreich trifft die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) Anfang Juni auf Polen. In Russland und Schweden standen sich die beiden dominierenden Mannschaft gegenüber, die den Welthandball seit über einem Jahrzehnt prägen. Bei Welt- und Europameisterschaften gingen seit 1988 fünf Titel an Russland und die GUS, fünf an die Skandinavier. Die Russen, die zehn Deutschland-"Legionäre" in ihren Reihen hatten, verspielten in einem hochdramatischen Finale in der zweiten Hälfte mit unnötigen Fehlern eine Sechs-Tore-Halbzeitführung (15:9). Schweden, das sieben Bundesliga-Spieler im Finale aufbot, schien zunächst klar unterlegen. Die "Trekorners", die sich mit einem 28:25-Erfolg über die Russen in der Vorrunde den Sieg in der Gruppe B sicherten, hatten anfangs Probleme mit der offensiven Deckung des Gegners und zeigten eine schlechte Chancenauswertung. Dank einer wahren Energieleistung kam das Team von Erfolgstrainer Bengt Johansson aber erstmals nach 42. Minuten wieder heran (18:18). Großen Anteil daran hatten Stefan Lövgren (THW Kiel) und Torwart Peter Gentzel (Santander). Wislander brachte Schweden erstmals in Führung 21:20 (51.). Die Partie wog weiter hin und her. Russland setzte sich in der ersten Halbzeit der Verlängerung wieder mit drei Toren ab (27:24, 65.), Schweden kam aber erneut heran und glich Sekunden vor dem Schlusspfiff durch Pierre Thorsson (Bad Schwartau) aus. Den Siegtreffer markierte Wislander in der 80. Spielminute und besiegelte die dritte Final-Niederlage der Russen gegen die Schweden in Folge.