Handball: THW Kiel vergab gute Ausgangsposition - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Handball THW Kiel vergab gute Ausgangsposition

Die Handballer vom THW Kiel stehen vor dem größten internationalen Coup der 77-jährigen Klubgeschichte. Die "Titel-Hamster" von der Förde besiegten im Champions-League-Final-Hinspiel Titelverteidiger FC Barcelona 28:25.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kiel - Der THW Kiel hat Seriensieger FC Barcelona im ersten Champions-League-Finale zwar bezwungen, doch der 28:25 (15:14)-Erfolg ist nur ein dünnes Polster. Der deutsche Handball-Meister verspielte am Samstag vor 7250 Zuschauern in der ausverkauften Ostseehalle einen Sieben-Tore-Vorsprung leichtfertig und fährt deshalb lediglich mit dem Prinzip Hoffnung zum Final-Rückspiel am 29. April (18.00 Uhr) in die katalanische Hauptstadt. Gegen die cleveren Spanier, die den Europapokal der Landesmeister zuletzt vier Mal in Folge gewonnen haben, spielten die Nerven dem THW in der Schlussphase einen Streich.

Perunicic (11 Tore) und Jacobsen (7/1) waren die besten Werfer der Kieler. Für Barcelona trafen Inaki Urdangarin - Schwiegersohn des spanischen Königs - und Nationalspieler Masip jeweils fünf Mal. Der deutsche Nationalspieler Christian Schwarzer kam in Diensten der "Königlichen" auf vier Treffer.

Die Kieler begannen stark, erkämpften sich im ersten Champions-League-Finale ihrer 77jährigen Vereinsgeschichte zunächst einen Vier-Tore-Vorsprung. Doch dann gelang dem plötzlich hektisch und unkonzentriert agierenden Meister fünf Minuten lang gar nichts mehr. Barcelona zeigte in der Ostseehalle seine Klasse, kam bis auf ein Tor heran. Mit einem Kraftakt riss Kapitän Wislander seine Mannschaft aus der Lethargie, traf zum 10:8, und dann lief es wieder. Doch erneut waren es Unkonzentriertheiten, die den Katalanen bei der Aufholjagd halfen. Schwarzer krönte seinen starken Auftritt mit einem Tor in der Schlusssekunde der ersten Halbzeit zum 14:15.

Nach dem Wechsel trumpfte der THW erneut auf. Angetrieben von den Fans ließen sich die "Zebras" auch nicht von einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Olsson beirren. Dank der plötzlich wiederentdecken Treffsicherheit ihres Torjägers Perunicic, der fünf Tore in Folge erzielte, zog der deutsche Meister auf 23:17 davon. Ersatztorhüter Geerken parierte in der starken THW-Phase einen Siebenmeter. Doch wieder verspielten die Hausherren den bis zur 46. Minute auf sieben Tore angewachsenen Vorsprung leichtfertig. Vielleicht reichte auch die Kraft nicht ganz, denn bei den ausglichen besetzteren Spaniern verteilt sich das Spiel auf mehrere Schultern.