Handball-Trainer Karrer: Der Jugendpfleger - DER SPIEGEL
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Handball-Trainer Karrer Der Jugendpfleger

Als Trainer führte Heiko Karrer die DJK Rimpar von der Landes- bis in die Dritte Liga. Ab Sommer wartet eine neue Herausforderung auf den 40-Jährigen, er übernimmt den Bundesligisten TV Hüttenberg. Das "Handball-Magazin" beschreibt den ehrgeizigen Coach - und seine besondere Philosophie.
Von Jasmin Müller
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn am 19. Mai nach 60 Minuten das letzte Saisonspiel in der Sporthalle Markt Rimpar beendet ist, wird es emotional - und das unabhängig von Sieg, Niederlage und Tabellenplatz. Denn der Schlusspfiff bedeutet Abschied. Nach sechs erfolgreichen Jahren verlässt Trainer Heiko Karrer die DJK Rimpar. "Es werden schon ein paar Tränen fließen. Abschied tut ja immer ein bisschen weh", gibt der 40-Jährige zu.

Doch wenn sich die Emotionen etwas gelegt haben, wird der ehemalige Nationalspieler mit zwei lachenden Augen Richtung Mittelhessen blicken. Anfang Januar unterschrieb Karrer beim Erstligisten TV Hüttenberg einen Zweijahresvertrag und wird dort ab der Saison 2012/2013 Cheftrainer. "Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung", sagt Karrer.

2006 kam er als Spielertrainer zum damaligen Landesligisten DJK Rimpar. Die Talente waren zumeist zwischen 17 und 20 Jahre alt, und der ehemalige Rückraumspieler forderte und förderte die Jungs gekonnt. Das Resultat: Schon im ersten Jahr schafften die "Wölfe" unter seiner Leitung den Aufstieg in die Bayernliga. Und nur zwei Jahre später kletterte das Team inklusive Trainer schon wieder eine Klasse höher: 3. Liga, von der sich der 53-malige Nationalspieler mit einer guten Saison verabschieden will.

"Aus den unerfahrenen Jungs sind echte Männer mit Regionalliganiveau gereift", sagt Karrer. Eine gute Basis also, die Mannschaft zurückzulassen und die Karriereleiter diesmal allein zumindest eine - vielleicht sogar zwei - Stufen hinaufzuklettern.

"Die Mannschaft und das Umfeld passen sehr gut zu mir"

Seine Leidenschaft, Talente zu fördern, lebt der Coach auch auf nationaler Ebene aus: Seit September 2009 ist der gelernte Versicherungskaufmann Co-Trainer von Christian Schwarzer bei der Junioren-Nationalmannschaft. In Hüttenberg freut man sich derweil auf den Wunschkandidaten: "Seine Erfahrung mit jungen Spielern ist die beste Voraussetzung, um das Konzept des Vereins weiterzuführen und den Hüttenberger Weg mitzugestalten", sagt Lothar Weber, Manager des Traditionsvereins.

Und auch der 40-jährige Karrer blickt seiner neuen Aufgabe positiv entgegen: "Ich kenne mich mit jungen Spielern aus und arbeite gern mit ihnen. Das Konzept des TVH, verstärkt auf junge Spieler aus der Region zu setzen, passt also sehr gut zu mir." Wichtig für Karrer als Trainer sei es, Zeit zu bekommen und in Ruhe arbeiten zu dürfen. Denn das sei die Grundvoraussetzung, um junge Spieler auszubilden, zu fördern und letztendlich mit ihnen erfolgreich zu sein. "Eine Mannschaft muss sich entwickeln - vor allem, wenn viele junge Spieler dabei sind. Und dafür braucht man Zeit."

Für die Hüttenberger besteht zwar theoretisch noch die Chance, in der 1. Liga zu bleiben. Allerdings, so Karrer, müsse man die Sache realistisch sehen: "Die Mannschaft steht auf dem vorletzten Tabellenplatz, und es ist davon auszugehen, dass ich mein erstes Spiel mit meinem neuen Verein in der 2. Liga bestreiten werde."

Aber damit hat der 40-Jährige kein Problem. Im Gegenteil - Karrer ist es lieber, im vorderen Drittel mitzuspielen und neu zu starten, als um den Klassenverbleib kämpfen zu müssen. "Denn wenn ich eines nicht kann, dann ist das verlieren."

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