Handball: Trauer um Weltmeister Dahlinger - DER SPIEGEL
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Handball Trauer um Weltmeister Dahlinger

Deutschlands Handball-Fans trauern um Heinrich "Hein" Dahlinger. Der frühere Nationalspieler und zweimalige Feldhandball-Weltmeister verstarb bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Alter von 85 Jahren in einem Rendsburger Krankenhaus.
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Kiel - Sabine Holdorf-Schust, Geschäftsführerin des THW Kiel, mit dem Dahlinger insgesamt fünf Meisterschaften feierte, bestätigte dem sid heute den Tod des Clubidols. Dahlinger verstarb an Nierenversagen. DHB-Vize-Präsident Horst Bredemeier sprach von einem "ganz schweren Verlust: Der deutsche und der Kieler Handball haben eine herausragende Persönlichkeit verloren. Er war zu seiner Zeit das große Aushängeschild und der Kopf der Mannschaft und in Kiel immer willkommen", sagte der Ex-Nationaltrainer dem sid.

Auch die Kieler Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz würdigte die Verdienste Dahlingers. "Die Landeshauptstadt hat eines ihrer größten Sportidole verloren", sagte Volquartz: "Er hat große Kapitel deutscher Handball-Geschichte geschrieben. Sein Name wird für immer untrennbar mit dem Aufstieg des THW verbunden sein." Dahlinger, seit jeher unter seinem Spitznamen "Hein Daddel" bekannt, wurde mit dem THW in den Jahren 1948 und 1950 Meister auf dem Feld sowie 1957, 1962 und 1963 in der Halle.

Der Namensgeber des THW-Maskottchens und Träger des "Silbernen Lorbeerblattes" hatte die Geschicke seines Lieblingsvereins von seit Jahrzehnten reservierten Ehrenplätzen bis zuletzt gemeinsam mit Ehefrau Waltraud verfolgt. Er hinterlässt außerdem seine Söhne Uwe und Peter und fünf Enkel. Der Liebling der Kieler Fans, der auch leidenschaftlicher Segler und Tennisspieler war, streifte 1871-mal das Trikot des THW über und verdiente sich mit 5423 Toren ein überdimensionales Bild in der Ahnengalerie der Ostseehalle. Als erster Kieler Handballer durchbrach er die Marke von 100 Toren für die Nationalmannschaft (110 Tore in 38 Spielen).

Zuletzt war es um den einstigen Vereins-Helden, der höchstens mal 25 Mark und eine Einladung zum Essen für einen deutschen Meistertitel bekam, stiller geworden. Ein Herzschrittmacher, zwei neue Hüften und eine Operation an einer fast verstopften Halsschlagader hatten Hein schwer zugesetzt. "Ich krabbel wieder hoch", hatte er dennoch immer wieder optimistisch angekündigt - den letzten Kampf aber hat "Hein Daddel" verloren.

mig/sid

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