Handball Unentschieden gegen Exoten
Sydney - Mit seinem sechsten Treffer dreizehn Sekunden vor dem Abpfiff hat Kreisläufer Christian Schwarzer (FC Barcelona) der deutschen Handballauswahl am Montag ein 24:24 (11:13)-Unentschieden gegen Südkorea gerettet. Nach dem 30:22-Auftakterfolg gegen Kuba kann das Team von Bundestrainer Heiner Brand mit einem Sieg gegen Jugoslawien am Mittwoch vorzeitig den Einzug unter die letzten acht Mannschaften perfekt machen. "Unser nächstes Ziel ist und bleibt das Viertelfinale", sagte Brand nach dem Spiel, das werde jedoch "noch schwierig genug."
Einen Vorgeschmack gab es bereits am Montag. Die Südkoreaner erwiesen sich als der erwartet unangenehme Gegner. Stundenlang hatte sich die deutsche Mannschaft mit Videolektüre auf die Handball-Exoten aus Ostasien vorbereitet. Doch bis zum 5:10 (20.) fand die DHB-Auswahl kein Gegenmittel, um die äußerst wendigen und mit trickreichen Körpertäuschungen agierenden Gegner zu stoppen. Hinzu kamen viele individuelle Fehler auf Seiten der Deutschen.
Erst nach der Halbzeitpause kam Deutschland richtig ins Spiel und konnte sich bis auf 19:16 (47.) absetzen. Die Südkoreaner ließen jedoch nicht locker und wären beinahe zum Stolperstein für die mit hohen Ansprüchen ins olympische Handballturnier gegangenen Deutschen geworden. Der Bundestrainer konnte dem letztlich glücklichen Unentschieden jedoch Gutes abgewinnen. "Die Mannschaft geht gestärkt aus dem Kraftakt gegen Südkorea heraus", sagte Brand, "auch wenn die enge Partie so manchem auf die Nerven ging."
Bester Werfer vor 4500 Zuschauern im Pavillon 2 des "Dome" war der für Gummersbach spielende Südkoreaner Kyung-Shin Yoon, der zehnmal erfolgreich war. Für Deutschland traf Schwarzer (6 Tore) am häufigsten, Bernd Roos (TV Großwallstadt/5 Tore) und Stefan Kretzschmar (SC Magdeburg/4) unterstützen ihn tatkräftig.