Handball: "Wir können hier was reißen" - DER SPIEGEL
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Handball "Wir können hier was reißen"

Die deutschen Handballherren feierten mit einem standesgemäßen Erfolg gegen Kuba einen erfolgreichen Olympiaauftakt - und gaben sich sofort selbstbewußt.
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Sydney - Den deutschen Handballern fiel eine schwere Last vom Herzen. Mit dem klaren 30:22 (15:11) im Auftaktspiel gegen Kuba wurde jeglichen Befürchtungen entgegengewirkt, der Start ins olympische Turnier könne zäh verlaufen. Im Gegenteil: Die Mannen von Bundestrainer Heiner Brand tankten ordentlich Selbstvertrauen für den weiteren Verlauf des Turniers, in dem am Montag Südkorea der nächste Gegner ist. "Wir können hier was reißen", gab sich Kreisläufer Christian Schwarzer (FC Barcelona) nach dem Schlusspfiff zuversichtlich. Auch der Bundestrainer war rundum zufrieden mit der Darbietung seines Teams. "Das Spiel hat mir sehr gut gefallen", sagte Heiner Brand.

Nachdem die Brandt-Schützlinge ihre Anfangsnervosität abgeschüttelt hatten, steigerten sie sich im Verlauf der Partie fortwährend. "Wir waren schon nervös", gab Stefan Kretzschmar zu, keiner habe "vor dem Spiel mehr ruhig sitzen können." Mit sieben Toren war der 27 Jahre alte Linksaußen des SC Magdeburg erfolgreichster Werfer der Partie.

Mit dem gelungenen Einstand in Sydney hat die deutsche Handballauswahl ihr bei der EM im Januar verlorenes Wir-Gefühl wiedergefunden. "Damals hatten einige von uns Probleme mit sich selbst", sagte Daniel Stephan (TBV Lemgo), "das übertrug sich auf die Mannschaft." Jetzt habe jedoch "jeder kapiert, worum es geht". Nach nur einem einzigen Sieg (19:17 gegen Dänemark) hatten die Deutschen bei der EM in Kroatien lediglich einen enttäuschenden neunten Platz belegt.

Olympia verspricht, erfolgreicher zu werden. Gegen Kuba präsentierte sich die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes so stark und ausgeglichen, dass sie die noch vorhandenen Defizite des lange verletzten Spielmachers Stephan kompensieren und auf einen Einsatz von Rouinier Bogdan Wenta (SG Flensburg) sogar ganz verzichten konnte. Neben dem torgefährlichen Kretzschmar überzeugten vor allem Volker Zerbe (Lemgo) und Markus Baur (SG D/M Wetzlar), die beide jeweils sechs Treffer erzielten. Im Tor erwies sich Jan Holpert als sicherer Rückhalt (SG Flensburg).

1. Spieltag, Gruppe A, Deutschland - Kuba 30:22 (15:11):
Tore: Kretzschmar (SC Magdeburg/7 Tore), Zerbe (TBV Lemgo/6), Baur (HSG D/M Wetzlar/6/4 Siebenmeter), Kehrmann (5), von Behren (beide Lemgo/2), Schwarzer (FC Barcelona/2), Stephan (Lemgo/1), Petersen (THW Kiel/1) für Deutschland - Suarez (6), Urios (6), Gonzalez (5), Hernandez (4), Cardenas (1) für Kuba
Zuschauer: 5000