Handball-WM Deutscher Kantersieg gegen Katar
Sousse - Die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand gewann ihr drittes Gruppenspiel binnen vier Tagen mit 40:15 (20:4) und kann morgen (20.15 Uhr) mit einem Punktgewinn gegen Norwegen den Einzug in die Hauptrunde vorzeitig perfekt machen. Den bislang höchsten WM-Erfolg - 39:8 gegen Grönland bei den Titelkämpfen 2001 in Frankreich - konnten die Deutschen nicht überbieten. Bei der WM 2003 in Portugal hatte der spätere Vizeweltmeister Deutschland Katar mit 40:17 bezwungen.
"Wir sind im Soll und haben beste Chancen auf die nächste Turnierphase. Die anderen Mannschaften stehen jetzt unter Druck, nicht wir", erklärte Kapitän Florian Kehrmann mit Blick auf die anstehende Reifeprüfung gegen die Skandinavier, die fünf Bundesligaspieler in ihren Reihen haben.
Zwei Tage nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Brasilien (30:23) waren Christian Zeitz und Frank von Behren mit je fünf Treffern gegen Katar beste Werfer vor 2000 Zuschauern in Sousse. In den ersten 19 Minuten kassierten die Brand-Schützlinge nur einen einzigen Gegentreffer gegen den WM-16. von 2003. Bereits ab Ende der ersten Halbzeit schonte Brand in der nach einem Kälteeinbruch nur zehn Grad Celsius warmen Halle deshalb einige seiner Stammspieler, die schnell eine 15:2-Führung heraus geworfen hatten. Die niedrigen Temperaturen allerdings machten den Spielern auf der Bank zu schaffen. Der DHB kündigte nach dem Spiel eine Beschwerde gegen die Bedingungen beim Weltverband IHF an.
Über den nächsten Gegner Norwegen, der unter den Experten sogar als Geheimtipp für eine WM-Medaille gehandelt wird, sagte der Bundestrainer: "Sie haben eine solide Mannschaft mit einigen Highlights und sind für mich der Gruppenfavorit." In der Qualifikation besiegten die Skandinavier den Olympia-Vierten Ungarn, gegen den der spätere Finalist Deutschland in Athen mit 29:30 verloren hatte.
Am Samstag (14 Uhr) trifft die DHB-Auswahl im abschließenden Gruppenspiel auf Serbien und Montenegro.