Handball-WM: Deutschland verliert gegen Norwegen - DER SPIEGEL
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Handball-WM Deutschland verliert gegen Norwegen

Bittere Pleite für die deutschen Handballer: Bei der Weltmeisterschaft unterlag das Team nach einer dramatischen Partie den Norwegern. Spielmacher und Kapitän Michael Kraus verletzte sich und fällt wohl aus. Jetzt kommt es zu einem Endspiel um den Einzug ins Halbfinale.
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Hamburg - Die deutschen Handballer haben den vorzeitigen Einzug in das Halbfinale bei der Weltmeisterschaft in Kroatien verpasst. Der Titelverteidiger unterlag am Sonntag in Zadar Norwegen 24:25 (12:12) und kassierte damit die erste Niederlage im WM-Turnier. Zudem verlor die Mannschaft von Trainer Heiner Brand 16 Minuten vor Schluss Spielführer Michael Kraus, der nach einem Stoß des Norwegers Stian Vatne mit dem linken Fuß umknickte und verletzt vom Platz getragen werden musste. Es besteht der Verdacht auf einen Außenbandanriss, die genaue Diagnose steht noch nicht fest.

Allerdings kündigte Bundestrainer Heiner Brand bereits an, dass Kraus im entscheidenden Spiel um die Qualifikation für die Runde der besten Vier am Dienstag gegen Europameister Dänemark (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) nicht zur Verfügung stehen werde.

Wie schon beim nervenaufreibenden 35:35 gegen Serbien am Samstag spielten die Deutschen auch gegen Norwegen alles andere als weltmeisterlich. Der Rückraum um Michael Kraus blieb weitgehend blass, Pascal Hens zog sich zudem eine Oberschenkelverhärtung zu und saß ab Mitte der ersten Hälfte lange nur auf der Bank. Von dort sah auch Torhüter Johannes Bitter den Großteil der Partie, für ihn kam Silvio Heinevetter zu seinem ersten Spiel bei einer WM und überzeugte gleich mit einer starken Leistung.

Dem Magdeburger war es zu verdanken, dass die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) trotz vieler Fehlwürfe vor allem in der Anfangsphase immer im Spiel blieb. Auf eine Führung gegen die aus dem Rückraum weitgehend harmlosen Norweger mussten die Deutschen aber bis zur 33. Minute warten, als Kreisläufer Sebastian Preiß zum 14:13 traf.

Heinevetter hielt weiter gut, die Norweger leisteten sich immer mehr technische Fehler im Angriff und drei Minuten später war der Vorsprung erstmals auf drei Tore angewachsen (16:13). Doch große Sicherheit brachte auch das nicht ins deutsche Spiel und so konnten die Norweger, trainiert vom Melsunger Bundesliga-Coach Robert Hedin, das Spiel weiter offen halten.

Der Schock stand dann allen deutschen Spielern ins Gesicht geschrieben, als Kraus in der 44. Minute schreiend zu Boden ging und nicht mehr alleine aufstehen konnte. Er wurde auf einer Trage aus der Halle gefahren. Für ihn übernahm der 22-Jährige Martin Strobel die Verantwortung auf der Mittelposition, und das deutsche Team spielte sich sechs Minuten vor dem Ende eine Zwei-Tore-Führung heraus (22:20). Doch die individuellen Fehler im Angriff blieben, Steinar Ege im norwegischen Tor hielt glänzend und wurde schließlich zum Matchwinner. Jens Tiedtke sah zu allem Überfluss in der 49. Minute nach einem Ellbogenschlag die Rote Karte.

In den letzten Sekunden des dramatischen Spiels sorgten die Unparteiischen Nenad Krstic und Peter Ljubic aus Slowenien noch für Aufregung, als sie die deutschen Spieler zweimal bei einem Einwurf zurückpfiffen. Zu diesem Zeitpunkt lag das DHB-Team mit einem Tor zurück, die Norweger spielten wegen zweier Zeitstrafen in doppelter Unterzahl. Ein Unentschieden hätte Deutschland zum Einzug ins Halbfinale gereicht.

Bundestrainer Brand stürmte anschließend mit erhobener Faust und bitterböser Miene auf die Referees zu und konnte sich sichtlich nur mit Mühe zurückhalten.

all/sid/dpa