Handball-WM DHB-Team deklassiert Katar
Viseu - Deutschlands Handballer gewannen gegen Katar mit 40:17 (23:8). Drei Tage nach der beeindruckenden WM-Generalprobe gegen Olympiasieger Russland (34:27) gab sich der Vizeeuropameister im ersten Duell gegen den WM-Debütanten aus dem Scheichtum keine Blöße. Der höchste deutsche WM-Sieg bleibt aber das 39:8 gegen Grönland aus dem Jahr 2001.
"Das war der Start, den ich mir gewünscht habe. Wir haben in der ersten Halbzeit sehr konzentriert gespielt, dann gab es einige Nachlässigkeiten. Dennoch kann ich zufrieden sein. Die Partie war eine gute Vorbereitung auf die schweren Spiele am Wochenende", sagte Bundestrainer Brand.
Vor nur 400 Zuschauern im portugiesischen Viseu waren die beiden Flügelspieler Stefan Kretzschmar (7 Tore/SC Magdeburg) und Heiko Grimm (6/TV Großwallstadt) die besten Werfer der DHB-Auswahl. Zum zweiten Mal überhaupt knackte der Mitfavorit die 40-Tore-Schallmauer bei einer WM. Bereits am Dienstag steht für Deutschland im zweiten WM-Spiel gegen Australien (15.15 Uhr) der zweite Teil des Aufwärmprogramms an.
Gegen den Zweiten der letztjährigen Asienmeisterschaft leistete sich die ohne die verletzten Daniel Stephan (Achillessehnenverletzung) und Frank von Behren (Kreuzbandriss) angetretene deutsche Mannschaft kaum Konzentrationsschwächen und ging schnell mit 8:1 (9. Minute) in Führung. Selbst als Brand Stammkräfte wie den neuen Kapitän Markus Baur (4/2) und Rückkehrer Volker Zerbe (4/beide TBV Lemgo) schonte und auf Reservisten wie den Wallauer Steffen Weber oder Christian Zeitz aus Östringen setzte, lief das Spiel flüssig weiter. Nicht zuletzt, weil Kretzschmar, der in der zweiten Halbzeit glänzend von Grimm ersetzt wurde, eine fast hundertprozentige Wurfausbeute hatte.
Die Mannschaft aus dem Scheichtum Katar, in dem erst seit knapp 25 Jahren Handball gespielt wird, nahm die kostenlose Trainingsstunde der DHB-Sieben dankend an. "Wir sind eben die Schüler und die Deutschen die Lehrer. Das wussten wir schon vorher", sagte Katars Team-Begleiter Abdulla Aman Al-Katcha.
Deutschland - Katar 40:17 (23:8)
Deutschland: Fritz (THW Kiel), Ramota (TBV Lemgo) - Hens (SG Wallau-Massenheim/3), Dragunski (SG Flensburg-Handewitt/5), Kretzschmar (SC Magdeburg/7/2), Immel (SG Wallau-Massenheim/1), Schwarzer (TBV Lemgo/4), Petersen (THW Kiel), Weber (SG Wallau-Massenheim/1), Zerbe (TBV Lemgo/4), Baur (TBV Lemgo/4/2), Zeitz (SG Kronau/Östringen/1), Grimm (TV Großwallstadt/6), Kehrmann (TBV Lemgo/4)
Katar: Al Khater 1, Al Remaihi 1, Abdullah Al Saad 3, Hanafi 2, Othman 2, Ahmed Al Saad 1/1, Ashoor 1, Boumaraf 3, Al Turki 2, Al Sulaiti 1
Schiedsrichter: Pozeznik/Repensek (Slowenien)
Zuschauer: 400
Strafminuten: 2 / 6
Disqualifikation: Othman/Katar (55.) wegen groben Foulspiels