Handball-WM Dubioser Deal mit Tickets
Hamburg - Nach Informationen des SPIEGEL hatten sich bis Mitte 2005 die beiden größten deutschen Tickethändler, die Bremer CTS Eventim AG sowie die Hamburger Ticket Online Software GmbH, beim DHB um die Vermarktungsrechte der rund 320.000 WM-Karten bemüht. Ticket Online behauptet, dem Verband eine Offerte in Höhe von rund 450.000 Euro gemacht zu haben, Branchenführer CTS Eventim will ein Angebot im Wert von etwa 350.000 Euro unterbreitet haben.
Doch der Handballbund vergab die Ticketrechte an die Schweizer GDM AG, einen Zwischenhändler. Das Unternehmen zahlte nur 300.000 Euro. Zwölf Tage nach dem Kauf vermakelte GDM die Kartenrechte weiter an die Schweizer Ticketcorner AG für 1,5 Millionen Euro, zahlbar auf ein Konto bei der Coutts Bank von Ernst. Der Präsident der GDM, Uwe Zimmer, ist ein enger Freund des DHB-Vizepräsidenten Horst Bredemeier, der mit zuständig für die Vermarktung der Weltmeisterschaft war.
An Gesprächen mit CTS Eventim und Ticket Online hatte Bredemeier teilgenommen. Er behauptet jedoch, beide Unternehmen hätten für die Rechte gar nichts zahlen wollen. In den Deal mit der GDM, die daran 1,2 Millionen Euro verdiente, sei er "nicht eingebunden" gewesen, so Bredemeier. Zimmer hat sich zu dem Vorgang nicht geäußert.