Handball-WM Spanien entthront Kroatien
Rades - Die Spanier besiegten im WM-Finale den Olympiasieger und Weltmeister Kroatien mit 40:34 (21:13). Im Halbfinale hatten die Spanier Gastgeber Tunesien ausgeschaltet, Kroatien hatte Frankreich bezwungen. Die Franzosen holten sich mit einem 26:25 im kleinen Finale gegen die Gastgeber Bronze.
Nach dem neunten Platz der DHB-Auswahl, die gestern Tschechien im Spiel um Platz neun erst in der Verlängerung mit 39:34 (33:33/16:15) bezwingen konnte, reagierte Bundestrainer Brand genervt auf die Kritik von außen. Den 52-Jährigen ärgert die harsche Medienschelte und vereinzelte Verbalattacken von Ex-Nationalspielern wie Erhard Wunderlich über das schlechteste Abschneiden einer DHB-Auswahl bei einer A-WM seit 1974. Kritiker machen den Bundestrainer unter anderem dafür verantwortlich, dass einzelne Spieler wie Christian Zeitz ihr Leistungsvermögen in der Nationalmannschaft nicht in dem Maße abrufen können wie Woche für Woche in der Bundesliga.
Brand denkt nicht an Rücktritt
"Unsere Ausgangsposition war problematisch, weil insgesamt fünf Stammspieler verletzt und fünf Routiniers zurückgetreten waren. So etwas steckt keine Mannschaft der Welt weg", sagte Brand, der seine deutlichen Worte aber nicht als Rücktrittsdrohung verstanden haben wollte: "Mir macht das Arbeiten mit dieser Mannschaft sehr viel Spaß. Aber meine Freude über das Erreichte ist durch die Störfeuer von außen getrübt", betonte der Weltmeister von
1978. Im Hinblick auf die WM 2007 im eigenen Land äußerte sich Brand zuversichtlich: "Ich weiß, dass man mit dieser Mannschaft viel bewegen kann, aber sie braucht noch Zeit."
Auch Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar, der ein Comeback im DHB-Team nicht grundsätzlich ausschließt, blickt optimistisch Richtung WM: "Wir haben
jetzt zwei Jahre Zeit, und die Mannschaft hat bereits bewiesen, dass sie bei einer WM nicht untergeht. Ich halte es für realistisch, dass da bis 2007 wieder eine großartige Mannschaft zusammenwächst", erklärte Kretzschmar in der "Welt am Sonntag".
Kapitän Florian Kehrmann, mit 47 WM-Treffern bester deutscher Werfer, hatte bereits kurz nach Erreichen des neunten Rangs die Zukunft eingeläutet. "Wenn wir bis zur Heim-WM in jedem Jahr die zwei Tore aufholen, die wir hier schlechter waren als die Top-Teams, können wir 2007 Weltmeister werden", sagte der Linkshänder vom TBV Lemgo.