Handballprozess: Schwenker und Serdarusic freigesprochen - DER SPIEGEL
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Handballprozess Schwenker und Serdarusic freigesprochen

Das Kieler Landgericht hat Uwe Schwenker und Zvonomir Serdarusic im Handballprozess aus Mangel an stichhaltigen Beweisen freigesprochen. Dem früheren Manager und dem Ex-Trainer des THW Kiel war Betrug und Untreue vorgeworfen worden.
Ex-THW-Manager Schwenker (l.): Freude über Freispruch
Ex-THW-Manager Schwenker (l.): Freude über Freispruch

Ex-THW-Manager Schwenker (l.): Freude über Freispruch

Foto: Bodo Marks/ dpa
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Hamburg - Die 5. Große Strafkammer des Kieler Landgerichts hat Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic vom Vorwurf des Betrugs und der Untreue freigesprochen. "Wir sind nicht von der Schuld der Angeklagten überzeugt, aber auch nicht von der Unschuld", sagte der Vorsitzende Richter Matthias Wardeck. Ohne stichhaltige Beweise könne man keinen Angeklagten verurteilen. Erwiesen sei, dass das Champions-League-Finale nach glaubwürdigem Expertenurteil unter "sportlich korrekten Bedingungen" stattgefunden habe und "nicht manipuliert worden" sei. Es sei ein reiner Indizienprozess gewesen, sagte der Richter.

"Es ist Aufgabe des Gerichts, so lange zu ermitteln, bis eine Schuld nicht bewiesen werden kann. Es ist nicht die Aufgabe der Kammer, die Unschuld der Angeklagten nachzuweisen. Einerseits ist heute ein guter Tag, andererseits ist Uwe Schwenker dreieinhalb Jahre mit falschen Vorwürfen konfrontiert gewesen", sagte Verteidiger Michael Gubitz.

"Ich halte es für ein gut begründetes Urteil", sagte Oberstaatsanwalt Axel Goos. Ob die Staatsanwalt Revision einlegt, will sie nach Kenntnisnahme der schriftlichen Urteilsbegründung entscheiden. Dafür hat sie eine Woche Zeit.

Schwenker und Serdarusic war vorgeworfen worden, das Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt durch Schiedsrichterbestechung gekauft zu haben. Nach dem 28:28 im Hinspiel gewann der THW das Rückspiel in eigener Halle 29:27 und sicherte sich erstmals den Triumph in der Champions League.

Staatsanwaltschaft hatte Bewährungsstrafen gefordert

Dabei sollen die beiden polnischen Schiedsrichter des Rückspiels, Miroslaw Baum und Marek Goralczyk, von Schwenker und Serdarusic mit Hilfe des kroatischen Mittelsmannes Nenad Volarevic bestochen worden sein. Die Vorwürfe waren erstmals Anfang März 2009 bekannt geworden, knapp zwei Jahre nach dem Finale. Schwenker und Serdarusic waren während des Prozesses von Zeugen sowohl be- als auch entlastet worden.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft seien die Straftatbestände der Bestechung im geschäftlichen Verkehr, des Betrugs und der Untreue erfüllt. Für Schwenker hatte Goos eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten gefordert, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Zudem hätte der 52-Jährige eine Geldstrafe von 14.400 Euro sowie 25.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen sollen. Für Serdarusic hatte Goos eine 17-monatige Freiheitsstrafe, ebenfalls zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, sowie eine Geldstrafe in Höhe von 9000 Euro und eine Zahlung von 15.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung gefordert.

Als Grund für die Forderungen nannte Goos die "große Anzahl konkreter Beweismittel, die den Schluss zulässt, dass betrogen wurde. Ich bin überzeugt davon, dass dem Spiel eine Manipulation seitens der Angeklagten zugrunde lag."

Die Angeklagten hatten die Vorwürfe stets bestritten. Ihre Verteidiger hatten daher auf Freispruch plädiert.

max/dpa/sid