Heiner Brand "Das ist sensationell"
Herr Brand, nach dem Vorrunden-Sieg gegen Portugal waren Sie erleichtert. Wie geht es Ihnen jetzt?
Heiner Brand: Dass wir die Olympia-Quali geschafft haben, ist schon sensationell. Nicht zu vergessen der Ausfall von Daniel Stephan und Frank von Behren. Da war schon eine gewisse Unsicherheit. Ich bin schon sehr, sehr zufrieden auf Grund der Ausgangsposition, mit der wir in das Turnier gegangen sind.
Die Olympia-Qualifikation war das Minimalziel.
Brand: Das ist vor allem für die älteren Spieler wichtig. Damit haben sie wieder ein neues Ziel vor Augen. Es wird nicht viele Rücktritte geben.
Im Halbfinale am Samstag wird es sicher noch schwerer als gegen Jugoslawien?
Brand: Man kann in einem Halbfinale keine leichten Gegner erwarten. Aber wir haben jetzt solche Mannschaften geschlagen. Warum sollen wir nicht auch andere schlagen? Wir haben nichts mehr zu verlieren, sondern nur noch zu gewinnen.
Das Unentschieden gegen Jugoslawien reichte zum Halbfinaleinzug. Dass es so knapp werden würde, war aber nicht beabsichtigt?
Brand: Mir wäre es anders lieber gewesen. Aber wenn man so viel verwirft wie wir in der ersten Halbzeit... Was uns fast das Genick gebrochen hätte, waren die Tempogegenstöße der Jugoslawen. Das hing uns noch nach bis in die zweite Halbzeit. Aber man hatte nie den Eindruck, dass die weggehen. Das war ein gutes Zeichen. Zum Schluss haben wir wieder dominiert und uns die Bälle erkämpft.
Wird die deutsche Mannschaft jetzt Weltmeister?
Brand: Ich hatte vorher gesagt, ich setze keine Ziele, sondern wir gucken von Spiel zu Spiel. Damit sind wir bisher ganz gut gefahren. Aber wenn wir am Samstag gewonnen haben, dann setze ich mir das Ziel, dass wir Weltmeister werden.
Und dann kommt Ihr Schnauzbart ab. Haben Sie schon Angst?
Brand: Es gibt schlimmere Ängste auf dieser Welt als diese. Erstmal ist es noch ein weiter Weg bis dahin, und beschlossen ist auch noch gar nichts. Aber wenn es so kommt, ist es mir auch egal.
Die Fragen stellte Martin Kloth, dpa