Hermann Maier: Eine Nation bangt um ihr Idol - DER SPIEGEL
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Hermann Maier Eine Nation bangt um ihr Idol

Nach dem schweren Motorradunfall von Hermann Maier fragen sich die Österreicher, warum ihre Skistars so oft von schweren Schicksalsschlägen betroffen sind.
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Salzburg - Dem nationalen Schockzustand folgte erste Hoffnung. "Auch Niki Lauda lag auf der Intensivstation und ist noch einmal Weltmeister geworden", verdeutlichte der Primarius der Unfall-Klinik Salzburg, Alois Karlbauer, den vorsichtigen Optimismus am Krankenbett von Doppel-Olympiasieger Hermann Maier, der am vergangenen Freitag mit seinem Motorrad schwer verunglückt war. Bundespräsident Thomas Klestil schrieb dem größten Idol der Alpenrepublik: "Ich hoffe, dass wir Sie sobald wie möglich wieder für Österreich im Einsatz sehen."

"Gut geschlafen"


Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg. Zwar hat sich der Zustand des 28-Jährigen, der zwischenzeitlich sogar die Amputation seines rechten Unterschenkels fürchten musste, zuletzt verbessert. "Er hat sehr gut geschlafen und ist wieder einen Schritt nach vorne gekommen", berichtete der behandelnde Arzt, Arthur Trost, am frühen Montagnachmittag. Ob der Superstar des alpinen Skisports, der nach seinem spektakulären Sturz von Nagano 1998 als unverwüstlich galt, seine Karriere allerdings fortsetzen kann, ist weiter offen. Bis zum Wochenende muss Maier in jedem Fall noch auf der Intensivstation bleiben, in zehn Tagen darf er frühestens das erste Mal aufstehen.

Nachdenklich stimmt die Österreicher derweil die Fortsetzung eines unheimlichen Fluchs, der offenbar auf ihren Sportstars lastet. In diesem Jahr starben Skisprung-Cheftrainer Alois Lipburger, 44, bei einem Auto-Unfall und die Abfahrts-Olympiasiegerin von 1964, Christl Haas, 57, die im Urlaub in Antalya ertrank. Schon zuvor hatten zahlreiche Athleten des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) auf dramatische Weise ihr Leben verloren, unter anderem die Super-G-Weltmeisterin Ulrike Maier, 26, beim Weltcup in Garmisch 1994 und Doppel-Weltmeister Rudi Nierlich, 25, bei einem Auto-Unfall.

Sponsor hält die Treue


Auch wenn Maier seine Laufbahn nicht fortsetzen kann, ist die Zukunft des Doppel-Weltmeisters von 1999 (Jahresgage: rund zehn Millionen Mark netto) wenigstens finanziell gesichert. "Er ist versichert gegen derartige Unfälle", bestätigte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadl, gleichzeitig Manager von Maier. Auch der Hauptsponsor, die Ski-Firma Atomic, will ihrem Star auf jeden Fall die Treue halten.

Unterdessen bleibt die Schuldfrage am Unfall in Radstadt ungeklärt. "Niemand darf dem Autofahrer die Schuld geben. Kein Mensch tut das hier. Der Mann ist arm dran, er findet gewiss keine Ruhe mehr", sagte Maiers Onkel Alois. Zunächst hatte die Polizei einem 73 Jahre alten Rentner aus München, der mit Maier kollidiert war, die Schuld zugesprochen - war dann aber davon abgerückt.