Herren-Slalom: Doppelsieg für Frankreich - DER SPIEGEL
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Herren-Slalom Doppelsieg für Frankreich

Zwei Franzosen waren am Ende des Herren-Slaloms vorn Jean-Pierre Vidal siegte vor Sebastien Amiez. Der Deutsche Markus Eberle schied aus. In Nagano war Eberle am fünften Tor gescheitert, diesmal kam er bis Tor 17.
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Salt Lake City - Der letzte Olympia-Auftritt des einzigen deutschen Starters Markus Eberle, 33, dauerte nur 17 Sekunden. Der technisch Versierteste in der kleinen deutschen Herrenmannschaft schied am Samstag bei den Winterspielen in Salt Lake City schon im ersten Durchgang des Slaloms aus. Statt eines versöhnlichen Abschlusses beim letzten Alpin-Wettbewerb in den USA hatte sich das Krisen geschüttelte Mini-Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) eine weitere Enttäuschung zum Abschied zu verkraften. Vor vier Jahren in Nagano war die Slalom-Fahrt Eberles schon nach fünf Toren zu Ende gewesen, diesmal fuhr der Einzelkämpfer am 21. Tor vorbei.

"Zuerst war die Enttäuschung groß. Aber jetzt geht's schon wieder", sagte Eberle, der nur für den Slalom nach Salt Lake City angereist war. "Vielleicht gehe ich jetzt zu den Langläufern. Da bin ich länger im Bild", versuchte er die Enttäuschung im Witz zu überspielen. "Es hätte mein Tag werden können. Aber so ist der Sport. Ich weiß auch nicht genau, wie das passiert ist."

Französischer Doppelsieg


Dagegen bewahrten die Weltcup-Senkrechtstarter dieser Saison auch im ersten Durchgang des olympischen Finales in Deer Valley Nerven. Als erster Franzose nach dem schon zu Lebzeiten legendären Jean-Claude Killy holte Vidal Gold. In 1:41,06 Minuten lag der 24-Jährige 76 Hundertstel vor seinem Teamkollegen Sebastien Amiez. Bronze ging überraschend an den Briten Alain Baxter in 1:42,32 Minuten. Der Liebling der amerikanischen Fans, Bode Miller, wurde nur Zehnter, nachdem er seinen zweiten Lauf völlig verpatzte und sogar mehrfach zurücksteigen musste.

15.000 Zuschauer feierten unter grauem Himmel die Helden eines verrückten Rennens. Mit der Startnummer drei nutzte Vidal am Tag vor seinem 25. Geburtstag die Gunst der Stunde, fuhr im ersten Lauf zur Bestzeit und rettete sich im zweiten Durchgang auf brechender Piste gerade noch ins Ziel. "Ich wusste, mit diesem Vorsprung kann ich es schaffen", sagte der Sieger im Ziel: "Das ist ein wunderbarer Tag, zumal ich vor knapp drei Jahren noch im Rollstuhl gesessen habe." Bei den französischen Meisterschaften im März 1999 war Vidal in der Abfahrt schwer gestürzt und hatte in beiden Knieen die Kreuzbänder gerissen.

"Es ist nicht einfach, alleine zu sein"


Markus Eberle hingegen stand nach seinem frühen "Aus" traurig am Pistenrand. Er hatte nach der Abreise von Abfahrts-Solist Max Rauffer (Leitzachtal) die Rolle des Einzelkämpfers im gebeutelten DSV-Team übernommen. "Es ist nicht einfach, alleine zu sein", meinte er. Angesichts der Dauer-Krise im Herren-Team wird im DSV an neuen Konzepten gearbeitet.