Indian Wells: Aus für Haas - DER SPIEGEL
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Indian Wells Aus für Haas

Daviscup-Spieler Tommy Haas musste beim ATP-Turnier in Kalifornien bereits nach der dritten Runde seine Koffer packen. Titelverteidiger Mark Philippoussis machte kurzen Prozess.
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Indian Wells - Die Lektion dauerte nur 82 Minuten und war doppelt bitter. Einen Tag nach dem überzeugenden Sieg gegen den Brasilianer Gustavo Kuerten verabschiedete sich Thomas Haas in Indian Wells nicht nur als letzter deutscher Tennisprofi aus dem ersten Masters-Turnier des Jahres. Bei der deutlichen 2:6, 3:6-Niederlage am Donnerstag im Achtelfinale gegen Titelverteidiger Mark Philippoussis aus Australien wurde ihm auch drastisch vorgeführt, was die deutsche Mannschaft im Daviscup-Viertelfinale am ersten April-Wochenende in Adelaide erwartet. "Mark hat sehr gutes Tennis gespielt. Er hat mich nicht in meinen Rhythmus kommen lassen", bekannte Haas, der sich mit 28.000 Mark Preisgeld trösten konnte.

Die Hoffnungen des 21-jährigen Hamburgers bei dem mit 2,45 Millionen Dollar dotierten Turnier sind von dem als Nummer zwölf gesetzten Kontrahenten regelrecht zerschmettert worden. Philippoussis, der drei Wochen wegen einer Verletzung im linken Knie pausieren musste, feuerte seine Aufschläge mit über 220 Stundenkilometern über den nagelneuen Center Court. Bei den "Kanonenkugeln" verging Haas phasenweise das Hören und Sehen. Zugleich zeigte sich die deutsche Nummer zwei überrascht, wie "konstant und risikobereit" sein Gegner von der Grundlinie spielte. Dadurch, so Haas, konnte er sein gegen Kuerten neu kreiertes "Serve-und-Volley-Spiel" kaum wiederholen.

Nur dreimal punktete er am Netz. Die kürzlich von seinem Mentor Boris Becker aufgestellte These, Philippousis besitze kein Spielsystem, er agiere nur mit purer Kraft, widerlegte dieser eindrucksvoll, wie US-Daviscup-Kapitän John McEnroe als TV-Co-Kommentator befand: "Mark hat sein Spiel vervollkommnet. Er gehört zu den absoluten Top-Spielern".

Haas, der zuvor gegen den 23-Jährigen je einmal gewonnen und verloren hatte, besaß eigentlich nur eine Chance, um dem Match eine Wende zu geben. Und zwar, als der Weltranglisten-48. im zweiten Satz nach einem Break mit 3:2 in Führung ging. Doch Philippoussis konterte postwendend, indem er vier Spiele hintereinander gewann. Dennoch verabschiedete sich Haas nicht sonderlich enttäuscht. Noch am Abend wollte er nach Florida fliegen, um sich auf das in der nächsten Woche anschließende zweite Masters-Turnier in Key Biscayne vorzubereiten. "Ich bin nicht unzufrieden. Nach dem Ausfall durch meine Bronchitis fehlt mir noch Spielpraxis. Mein Ziel sind die French Open, dort will ich mein bestes Tennis zeigen", versprach Haas, der für den Daviscup schwarzsieht. Dazu könne er nur das sagen, was schon Boris Becker geäußert hatte: "Ohne Kiefer haben wir keine Chance".