Indiskutable Zeit Debakel für Marion Jones
Walnut - Jones benötigte gestern beim Rennen über 400 Meter im kalifornischen Walnut 55,03 Sekunden. Damit blieb die 29-Jährige genau 5,44 Sekunden über ihrer Bestzeit, die sie 2000 an gleicher Stätte gelaufen war. Die Jamaikanerin Novlene Williams gewann vor 6000 Zuschauern in 51,49 Sekunden vor der Amerikanerin Lashinda Demus (51,79).
Vor dem Rennen hatte Jones' Trainer Steve Riddick noch große Töne gespuckt. "Sie ist in toller Form und kann unter 50 Sekunden laufen", so der frühere Weltklassesprinter aus den USA über seine Athletin, die im vergangenen Jahr wenig trainieren konnte. Jones war 2004 erstmals Mutter geworden.
Obwohl Jones versprochen hatte, im Anschluss an das Rennen an der Pressekonferenz teilzunehmen, verschwand sie ohne öffentliches Statement. Begleitet wurde die dreifache Olympiasiegerin von Sydney von Tim Montgomery, ihrem Lebensgefährten und Vater ihres Kindes, der überraschend im Staffel-Wettbewerb gestartet war.
Millionenklage gegen Dopingentwickler
Während der Sprinter bereits des Dopingmissbrauchs angeklagt ist - Montgomery droht eine lebenslage Sperre -, steht Jones nur unter dringendem Verdacht. Jones, von der es keine positive Dopingprobe gibt, soll angeblich das Blutdopingmittel Epo, Wachstumshormone und das Designer-Steroid THG eingenommen haben.
Am Freitag wird Jones ihre erste gerichtliche Anhörung im "Fall Conte" haben. Gegen den Chef des nordkalifornischen Balco-Labors, in dem THG entwickelt wurde, hat sie eine Verleumdungsklage über 25 Millionen Dollar eingereicht. Conte hatte in einen TV-Interview behauptet, dass Jones bereits vor den Olympischen Spielen in Sydney gedopt habe. Er habe daneben gesessen, wie sie sich selbst Dopingmittel ins Bein injizierte. Bei Olympia in Athen hatte Jones keine Medaille gewinnen können.