Interview Baumann "Marathon ist eben doch was anderes"
Wie unzählige Hobby-Läufer vor Ihnen musste auch ein
Dieter Baumann beim ersten Marathon die Segel streichen. Woran
lag's?
Dieter Baumann:
Ich habe in der Tat eine absolut typische Marathon-Erfahrung machen müssen: Ich bin einfach an meine Grenzen gestoßen. Davor ist auch ein Olympiasieger nicht gefeit. Marathon ist eben doch etwas anderes als ein 5.000- oder 10.000-m-Lauf.
Ab wann haben Sie gemerkt, dass es nicht wie geplant
läuft?
Baumann: Der Knacks kam nach 32 Kilometern. Nach der Hälfte
der Marathon-Distanz lag ich mit 65 Minuten voll im Plan, selbst
bei Kilometer 30 war alles noch optimal mit einem Kilometerschnitt
von 3:05 Minuten. Dann bin ich jeden Kilometer 10 bis 15 Sekunden
langsamer geworden. Zwischen 34 und 35 waren es 4:00 Minuten. Da
wusste ich, dass es vorbei ist.
War es ein physisches oder psychisches Problem, das Sie
zur Aufgabe gezwungen hat?
Baumann: Das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich war zu dem
Zeitpunkt voll bei Sinnen, hatte keine Schmerzen, aber das Gefühl,
dass mich irgendetwas festhält. Da war einfach keine Energie mehr.
Natürlich hätte ich langsam ins Ziel traben können, aber das hätte
mich nicht befriedigt.
Wird es einen zweiten Versuch geben?
Baumann: Das habe ich mir fest vorgenommen. Ich lasse mich
von diesem Misserfolg nicht verunsichern und werde die Strecke
nächstes Jahr wieder angehen. Wo das sein wird, weiß ich aber noch
nicht.
Aufgezeichnet von Oliver Görz, sid