Interview mit Bianka Lamade "Pete Sampras finde ich toll"
SPIEGEL ONLINE:
Frau Lamade, was flößt Ihnen so kurz vor Ihrer ersten Wimbledon-Teilnahme Respekt ein?
Bianka Lamade: Der Rasen. Denn das ist nicht gerade mein Belag. Anders als auf Sand geht es immer verdammt schnell zu. Man muss so früh wie möglich ans Netz stürmen, am besten gleich nach dem Return, also möglichst immer in einer Vorwärtsbewegung bleiben.
SPIEGEL ONLINE: Und mal abgesehen von Ihrer Match-Taktik...
Lamade: Natürlich ist es schon eine Ehre für mich, überhaupt im Hauptfeld stehen und im so genannten "Mekka des Tennis" spielen zu dürfen.
SPIEGEL ONLINE: Auf das Zusammentreffen mit welchen Stars freuen Sie sich denn besonders?
Lamade: Ach Gott, den Pete Sampras finde ich toll. Und natürlich ist es schön, live zu sehen, wie so jemand Berühmtes spielt. Da freue ich mich drauf. Aber der Schläger wird mir wohl nicht gleich aus der Hand fallen, wenn ich Sampras sehe.
SPIEGEL ONLINE: Warum nicht?
Lamade: Er ist mir bei den French Open schon mal kurz über den Weg gelaufen.
SPIEGEL ONLINE: In diesem Jahr wird mit 8,5 Millionen Pfund die höchste Gewinnsumme aller Zeiten in Wimbledon ausgespielt. Stellt das einen besonderen Anreiz für Sie dar?
Lamade: Ich denke eher von Match zu Match als von Geld zu Geld.
SPIEGEL ONLINE: Wie denkt man als Debütantin in Wimbledon von Match zu Match?
Lamade: Einfach locker in die Spiele rein gehen und mit Spaß versuchen, sich bestmöglich zu verkaufen.
SPIEGEL ONLINE: Genauso hat es Boris Becker damals mit 17 gemacht - und gewonnen.
Lamade: Oh je, dazu bin ich wohl zu realistisch, mir das vorzustellen. Obwohl man sagen muss, dass auf Gras alles möglich ist.
SPIEGEL ONLINE: Also muss sich Ihre Auftaktgegnerin, die Tschechin Denisa Chladkova, auf einiges gefasst machen?
Lamade: Erst einmal muss ich aufpassen. Denn Denisa ist eine, die sehr schnell, sehr gerade spielt und leider auch keinen schlechten Aufschlag hat. Ich habe bisher noch nie gegen sie gespielt, werde aber versuchen müssen, ihr mein Tempo aufzuzwingen und nicht auf ihrer Höhe zu spielen. Da wird es für mich in erster Linie wichtig sein, meine Aufschläge sicher durchzubringen.
SPIEGEL ONLINE: Träumen Sie eigentlich davon, dass die Herzogin von Kent der Finalistin Bianka Lamade eines Tages mal die Hand schütteln wird?
Lamade: Ja klar, aber das wird in diesem Jahr bestimmt ein Traum bleiben.