Interview mit Godefroot "Wir hätten Jan gerne behalten"
Herr Godefroot, mit dem Weggang von Jan Ullrich hat Team Telekom seinen Kapitän verloren. Stehen Sie mit Ihrem Rennstall jetzt vor einem Neuanfang?
Walter Godefroot: Das würde ich nicht sagen. Wir haben immer noch eine starke Mannschaft. Einige unserer Neuzugänge wie Paolo Savoldelli und Cadel Evens gehören zu den erfolgreichsten Fahrern dieser Saison. Dazu haben wir Alexander Winokurow, der sich toll weiterentwickelt hat, und Andreas Klöden, der ganz sicher wieder an seine sehr guten Leistungen des Jahres 2000 anknüpfen kann. Und dann haben wir mit Erik Zabel seit fast einem Jahr die Nummer eins der Weltrangliste.
Dennoch muss Sie der Verlust ihres langjährigen Aushängeschildes doch schmerzen.
Godefroot: Natürlich ist diese Trennung für uns bedauerlich. Wir hätten Jan gerne behalten. Für mich bleibt er der einzige Fahrer, der Lance Armstrong bei der Tour Paroli bieten kann. Deshalb ist er nicht zu ersetzen. Aber er hat sich nun einmal entschieden, etwas Neues zu beginnen, und dafür kann man ihm nur alles Gute wünschen.
Gab es keine Chance, Ullrich bei Telekom zu halten?
Godefroot: Wir haben, glaube ich, alles getan, um ihn weiter an uns zu binden. Aber er wollte das nicht. Das muss man dann akzeptieren. Aber es ist auch für den deutschen Radsport schade, dass Jan und Telekom in Zukunft getrennte Wege gehen. Das war ja zusammen sehr erfolgreich.
Werden Sie persönliche Konsequenzen ziehen und sich zukünftig noch weiter aus der Teamleitung zurückziehen?
Godefroot: Ganz im Gegenteil. Ich bin richtig motiviert und möchte mich wieder mehr einbringen als zuletzt. Das bin ich auch unserem Sponsor schuldig.
Die Fragen stellte Oliver Görz, sid