Interview mit Hannah Stockbauer "Jetzt bin ich fertig"
Frau Stockbauer, nach dem Zwischenhoch mit Staffel-Bronze sind Sie nun über ihre Hauptstrecke 800 Meter schon im Vorlauf gescheitert. Waren Sie nicht ausreichend erholt?
Hannah Stockbauer:
Die Staffel war schon ein Knochen, aber daran lag es nicht. Ich kenne den Grund nicht. Egal, ich bin draußen. Jetzt bin ich fertig.
Sie wirken relativ gefasst. Hatten Sie die 800 Meter vielleicht schon vor dem Rennen abgehakt, weil Sie spürten, dass es nicht laufen würde?
Stockbauer: Das absolut nicht. Vielleicht bin ich jetzt ein bisschen erleichtert. Gefasst aber nicht. Franzi hat gesagt, sie sei froh, dass die Scheiße vorbei ist. Und ich schließe mich dem an.
War der erste Schock des Scheiterns über 400 Meter zu Beginn der Spiele schlimmer oder jetzt die Pleite über Ihre Spezialstrecke?
Stockbauer: Der größte Schock war, dass ich mich schon beim Einschwimmen richtig schlecht gefühlt habe, vor allen Dingen in den Beinen. Die taten da schon höllisch weh.
Gibt es bereits Erklärungsversuche für Ihre schwache Form?
Stockbauer: Ich habe keine Erklärung, ich bin in vielen Trainings schneller geschwommen als zum vergleichbaren Zeitpunkt vor der WM im vergangenen Jahr. Da lief es supergut. Ich habe noch keine Lust, großartig nachzuforschen.
Mit welchen Gefühlen sehen Sie den restlichen Tagen der Sommerspiele entgegen?
Stockbauer: Im Moment bin ich nur traurig. Mein Gott, jetzt wird Frust gefeiert.
Das Interview führte Berthold Mertes, sid