Interview mit Marlene Weingärtner: "Olympia-Streik ist eine Option" - DER SPIEGEL
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Interview mit Marlene Weingärtner "Olympia-Streik ist eine Option"

Ihr Traum ist die Olympia-Teilnahme, doch daraus wird zumindest dieses Mal nichts. Zwar erfüllt Marlene Weingärtner, 24, die Qualifikationskriterien des IOC, doch das deutsche NOK lässt die Tennisspielerin ebenso wie Anca Barna daheim. Einige von Weingärtners nominierten Kolleginnen drohen nun damit, in Athen nicht anzutreten.
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Frau Weingärtner, Ihre Nicht-Nominierung und die von Anca Barna für Olympia hat bei den Tennisspielerinnen für große Aufregung gesorgt. Haben Sie mit soviel Solidaritär gerechnet?

Marlene Weingärtner:

Wir halten zusammen. Es gab ein Treffen in Montreal mit etwa 30 Spielerinnen wie Mauresmo, Suarez, Dementjewa oder Myskina, dem WTA-Chef und mir. Dabei haben wir gemeinsam versucht, Lösungen zu finden. Ein Olympia-Streik der Spielerinnen ist eine Option, die diskutiert wird. Meine Kolleginnen sind auch der Meinung, dass wir nicht fair behandelt worden sind.

Wie ist Ihre persönliche Meinung zu einem Streik?

Weingärtner: Ich habe gesagt, dass Olympische Spiele etwas unglaublich Besonderes sind, und dass die Spielerinnen, egal unter welchen Konditionen, spielen sollen. Auch die WTA meint, dass ein Boykott nicht im Interesse des Frauentennis wäre. Aber die Streiksache ist nicht vom Tisch. Eine zweite Option wäre, dass es bei Olympia keine Weltranglistenpunkte gibt.

Wie groß schätzen Sie Ihre Chancen auf eine Nachnominierung ein, die das NOK ja ablehnt? Die Sportfunktionäre argumentieren, dass Sie und Barna nicht wie gefordert ein Grand-Slam-Viertelfinale oder das Endspiel eines Topturniers erreicht hätten.

Weingärtner: Ich hoffe, dass sich mein Traum von Olympia doch noch erfüllt. Die WTA, die ITF und auch das IOC versuchen, das deutsche NOK noch zu einer Nominierung zu bewegen. Alle arbeiten daran. Wir stehen ja schon auf der Olympia-Teilnehmerliste, das NOK muss uns bis Samstag nur bestätigen.

Was würde Ihnen eine Olympia-Teilnahme bedeuten?

Weingärtner: Es gäbe keinen größeren Traum, der sich für mich erfüllen könnte, und ich wäre genau wie Anca Barna tieftraurig, wenn wir nicht nach Athen dürften. Wir wären so stolz, wenn wir für Deutschland spielen könnten, und wir würden uns wünschen, dass wir von unserer Heimat endlich gewollt werden. Ich habe schon den Rückflug von Amerika nach Deutschland gebucht - vielleicht brauche ich ihn ja doch noch für die Weiterreise nach Athen.

Die Fragen stellte Lars Becker, sid