Interview mit Thomas Haas: "Doc, das machen wir jetzt gleich" - DER SPIEGEL
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Interview mit Thomas Haas "Doc, das machen wir jetzt gleich"

Schon lange konnte Thomas Haas nur unter Schmerzen spielen. Doch nun hat es den besten deutschen Tennisprofi richtig erwischt. Ein Sehnenabriss in der rechten Schulter setzt den Weltranglisten-Elften für Monate außer Gefecht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Herr Haas, die Australian Open vom 12. bis 26. Januar mussten Sie absagen. Was ist passiert?

Thomas Haas: Ich habe am Donnerstag im Camp von Nick Bollettieri knüppelhart trainiert. Dann hat es plötzlich einen Schlag in der Schulter getan, und ich wusste sofort: Diesmal ist es richtig schlimm. Ich bin noch am gleichen Tag zu dem Spezialisten David Altscek nach New York geflogen, der einen glatten Sehnenabriss diagnostiziert hat. Er hat mir dann die Wahl gelassen, entweder gleich zu arthroskopieren oder erst in drei Wochen nach seinem Urlaub. Ich hab gesagt: Nee, nee, Doc, das machen wir schön jetzt gleich.

War das die Ursache für Ihre ganzen Probleme in den letzten Monaten?

Haas: Ja, das kann durchaus sein. Altscek vermutet, dass die Sehne schon irgendwie einen klitzekleinen Riss hatte, der dann immer größer wurde. Die Beschwerden, die zuerst nur in der Schulter aufgetreten sind, haben über den Ellbogen am Ende bis in die rechte Hand ausgestrahlt.

Wie lange wird die Pause sein?

Haas: Wenn alles supergut läuft, bin ich vielleicht schon Mitte bis Ende März in Indian Wells oder Miami wieder dabei. Aber jetzt ist es noch viel zu früh für genaue Prognosen. Ich trage zurzeit eine Manschette und muss die Schulter komplett ruhig halten.

Was bedeutet das für Ihre Karriere?

Haas: Obwohl ich im Moment natürlich etwas frustriert bin, muss ich sagen, dass ich grundsätzlich positiv denke. Ich sage mir: Was soll's, es ist jetzt repariert, das ist gut so, und in ein paar Monaten kann ich endlich wieder völlig schmerzfrei Tennis spielen. Das ist allemal besser, als wenn es jetzt noch monatelang so weitergegangen wäre und ich immer mit Schmerzen gespielt hätte. Ich denke, dass noch mindestens sechs gute Tennisjahre in mir stecken. Ich habe also noch eine gute Zeit vor mir.

Für die Daviscup-Mannschaft ist Ihre Verletzung vor dem schweren Spiel vom 7. bis 9. Februar in Argentinien ja eine ganz bittere Pille. Begleiten Sie das Team als moralische Unterstützung nach Buenos Aires?

Haas: Das ist absolut nicht ausgeschlossen, ich kann es mir sogar sehr gut vorstellen, dass ich auf der Tribüne sitzen und die Jungs anfeuern werde.

Das Interview führte Angela Bern, sid

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