Interview mit van Almsick: "Ich werde mir ein Bein ausreißen" - DER SPIEGEL
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Interview mit van Almsick "Ich werde mir ein Bein ausreißen"

Bei Olympia 2000 war Franziska van Almisck untergegangen. Jetzt holte der deutsche Schwimmstar mit der 4x100-Meter-Freistilstaffel in Weltrekordzeit EM-Gold. Es soll nicht der letzte Coup der Berlinerin bei den Titelkämpfen in ihrer Heimatstadt gewesen sein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frau van Almsick, Glückwunsch zur Goldmedaille, aber hatten Sie mit einem Weltrekord gerechnet?

Van Almsick: Nein. Ich genieße das jetzt einfach nur. Ich bin ein bisschen leer, aber es ist ein unfassbares Gefühl. Ich war vorher sehr nervös, aber ich konnte mich auf drei Leute stützen. Wir haben nie an Weltrekord gedacht. Aber das zeigt, dass man nicht so viel denken, sondern es einfach tun soll.

Begründet sich der Erfolg auch in einem neuen Gefühl der Zusammengehörigkeit?

Van Almsick: Es gab ein Zusammenraufen. Und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl, das sich dann eingestellt hat, kenne ich fast gar nicht. Jetzt haben wir alle kleine Flügel auf dem Rücken.

Hat das auch mit Ihrer persönlichen Erfahrung von Sydney zu tun? Bei Olympia 2000 lief es für Sie ja überhaupt nicht.

Van Almsick: Ich habe dort eine extreme Erfahrung gemacht. Die möchte ich niemals wieder machen. Aber wir gehen seit Sydney auch viel feinfühliger miteinander um, wir haben mehr Respekt vor den Leistungen der anderen. Wir haben einen großen und wichtigen Schritt gemacht.

Erster Start mit Gold und Weltrekord - geht das so weiter in Berlin?

Van Almsick: Man hat gesehen, dass ich kämpfen kann. Ich werde mir ein Bein ausreißen. Ob das dann reicht, ganz oben zu stehen, werden wir sehen. Ich empfinde schon eine starke Zufriedenheit, was nicht heißt, dass ich schon satt bin. Ich glaube, dass ich mein Zeug hier machen kann.


Aufgezeichnet von Dietmar Fuchs, dpa

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