IOC: Ex-Vize Pound hat abkassiert - DER SPIEGEL
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IOC Ex-Vize Pound hat abkassiert

Bei der Bewältigung der Amtszeit seines Vorgängers Samaranch hat der neue Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, das erste "schwarze Loch" entdeckt.
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Lausanne - Wie sich bei der durch Rogge initiierten Überprüfung sämtlicher Konten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) herausstellte, hat der als "Saubermann" geltende Richard "Dick" Pound für "juristische Beratung" vom IOC mehr als drei Millionen Dollar kassiert.

Grundlage der Zahlungen war ein Vertrag, den der 59-jährige Rechtsanwalt aus Kanada mit Rogges Amtsvorgänger Juan-Antonio Samaranch 1985 geschlossen hatte. Seit seiner Wahlniederlage gegen den neuen IOC-Präsidenten im Juli dieses Jahres hatte Pound seine Ämter als IOC-Vize und Marketingchef niedergelegt.

Wie es in Lausanne auf der ersten IOC-Exekutivsitzung nach Rogges Amtsantritt hieß, sei das Geld nicht direkt an Pound gegangen, sondern auf das Konto der in Montreal ansässigen Anwaltsfirma Stikeman und Elliot überwiesen worden. Pound ist dort Partner.

Thomas Bach hat nichts gewusst

Pikant ist diese Angelegenheit vor dem Hintergrund, dass ausgerechnet Pound im Jahr 1998 als Chef der internen IOC-Untersuchungskommission eingesetzt wurde und das IOC-interne Chaos mit einer Vielzahl von Korruptionsvorwürfen relativ erfolgreich bekämpfte. Als Folge hatten zehn Mitglieder das IOC wegen "ethischer Verfehlungen" verlassen müssen.

IOC-Generaldirektor Francois Carrard erklärte am Dienstag, die Zahlungen hätten Pounds juristische Beratung abgedeckt, die dieser beim Aushandeln von Sponsoren- und Fernsehverträgen geleistet habe. Die Vereinbarung sei unter der Bedingung zustande gekommen, dass die Zahlungen an die Kanzlei in Montreal gehen sollten und dass Pound selbst kein Geld erhalten sollte. Die Zahlungen seien mit dem Ende der Ära Samaranch im Juli dieses Jahres eingestellt worden, so Carrard, der allerdings zugeben musste, dass etliche Mitglieder der IOC-Exekutive keine Kenntnis von dem Vertrag mit Pound hatten.

Zu den Unwissenden gehört nach eigener Darstellung auch der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach. Der Tauberbischofsheimer, seit 1997 Exekutiv-Mitglied, erklärte umgehend, keine Kenntnis vom Vertrag Pounds zu besitzen. "Ich bin sehr überrascht, will aber zu den Details keine Stellung nehmen", versicherte Bach und vermutete: "Der Vorgang ist sicher legal, eine moralische Bewertung nehme ich nicht vor."