IOC: Kampf um dopingfreie Spiele - DER SPIEGEL
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IOC Kampf um dopingfreie Spiele

Die Winterspiele in Salt Lake City sollten nicht durch leidige Doping-Diskussionen in die Schlagzeilen geraten. Doch nun hat ein verurteilter Bobfahrer aus Lettland sein Startrecht vor Gericht erzwungen.
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Salt Lake City - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat drei Tage vor Eröffnung der Winterspiele in Salt Lake City im Kampf gegen Doping eine Niederlage einstecken müssen. Der gesperrte lettische Bobfahrer Sandis Prusis darf noch doch in Salt Lake City starten, weil dem IOC bei dem Urteil ein Formfehler unterlaufen war. Vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) hatte Prusis erfolgreich geklagt und so sein Startrecht erzwungen. Das IOC dürfe nicht in die Autonomie von internationalen Verbänden eingreifen, auch wenn deren Maßnahmen gegen die IOC-Charta verstießen, hieß es in der Urteilsbegründung des CAS am Dienstag.

"Wir haben gewusst, dass der Fall kritisch ist"


Der Internationale Bob-Verband (FIBT) hatte den im November des Nandrolon-Missbrauchs überführten Prusis für lediglich drei Monate bis zum 9. Februar suspendiert. Durch die ungewöhnlich kurze Sperre, die einen Tag nach der Eröffnung der Winterspiele abläuft, darf der Lette nun bei Olympia starten. Prusis gilt als einer der Medaillenkandidaten im Zweier- und Viererbob. Das IOC wollte Prusis jedoch nicht in Salt Lake City starten lassen, um ein Exempel im Kampf gegen Dopingmissbrauch zu statuieren. Das dreiköpfige CAS-Gremium führte im Urteil aus, dass das IOC die Sperre lediglich hätte überprüfen, nicht aber verschärfen dürfen. Auch wenn sich in diesem Fall der FIBT nicht an die Vorgaben des IOC gehalten hat. "Wir haben gewusst, dass der Fall kritisch ist. Nach der Rechtslage hat das IOC leider keine Möglichkeit, in die Entscheidungen eines Verbandes einzugreifen", sagte das deutsche IOC-Mitglied Thomas Bach.

Kaum eine Chance dürfte jedoch nach dem jüngsten CAS-Entscheid der US-Bobfahrer Paul Jovanovic mit seiner am Mittwoch beginnenden Berufungsverhandlung vor dem Sportgericht in Salt Lake City haben. Der Anschieber des zu den Favoriten zählenden Todd Hays war im vergangenen Dezember der Einnahme des Anabolikums Norandrostendion überführt und für neun Monate gesperrt worden. Jovanovic begründete das positive Testergebnis mit der Einnahme verunreinigter Nahrungsergänzungsmittel und berief sich bei seiner Berufung auf den Prusis-Fall.

Druck auf amerikanischen Leichtathletik-Verband


In einer anderen Dopingaffäre konnte das IOC fast zeitgleich einen sportpolitischen Erfolg vorweisen. Unter dem Druck des Dachverbands ist nun auch das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) auf eine harte Linie gegenüber dem Leichtathletik-Verband des Landes (USATF) eingeschwenkt. Erst danach war auch die Wahl von USOC-Chefin Sandy Baldwin in das IOC gesichert.

Falls der USATF das Geheimnis um einen gedopten US-Leichtathleten, der trotz positiver A- und B- Probe bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney an den Start gehen durfte, nicht endlich lüftet, drohen dem Verband harte Sanktionen. "Dies könnte auch der Ausschluss aus dem USOC sein", erklärte IOC-Generalsekretär Francois Carrard, der binnen kurzer Zeit eine Antwort - "vielleicht noch in Salt Lake City" - des USATF erwartet. "Das IOC wird diesen Fall entschlossen verfolgen", betonte auch IOC-Präsident Jacques Rogge.