IOC Rückzugsforderungen an Roland Baar
Lausanne - Das IOC forderte am Dienstag sein deutsches Mitglied zu einer aktiveren Mitarbeit auf. Anderenfalls solle der 35-Jährige seinen Platz in der Athleten-Kommission freiwillig räumen. In einem solchen Fall würde Baar automatisch seine auf vier Jahre begrenzte Mitgliedschaft im IOC verlieren.
Dem ehemaligen Achter-Ruderer war sie nach den neuen IOC-Regeln dadurch zugefallen, dass er von denTeilnehmern der Olympischen Spiele in Sydney als einer von acht Sportlern direkt in die Kommission gewählt worden war.Ausgesprochen hat die ungewöhnliche Verwarnung am Dienstag in Lausanne der Vorsitzende der IOC-Athleten-Kommission, Peter Tallberg. Der Finne monierte das Fehlen des ehemals erfolgreichsten Schlagmanns im Achter-Rudern bei mehreren Sitzungen der letzten Tage in Lausanne. "Roland muss aktiver werden. Wir brauchen aktive Mitglieder in der Kommission. Falls das für ihn nicht möglich ist, sollte er sich überlegen, ob er Platz machen sollte für einen Aktiveren", sagte Tallberg. Das gleiche gelte für den tschechischen Speerwurf-Olympiasieger Jan Zelezny, der noch an keiner Kommissionssitzung teilgenommen habe.
Baar-Kritik am IOC
Der Rüge vorangegangen war am Montag heftige Kritik von Baar an der IOC-Politik. Nachdem IOC-Vize-Präsidentin Anita Defrantz der Athleten-Kommission mit einer Fragebogenaktion olympischen Nachhilfeunterricht gegeben hatte, sagte Baar: "Das IOC will den Demokratisierungsprozess zurückdrehen." Trotz der Reformbeschlüsse des vergangenen Jahres habe sich "nichts geändert". Er denke zwar anRückzug, doch wolle er im IOC weiter sein Möglichstes versuchen.Baar hatte am Sonntag weder am ersten Teil der Sitzung der Athleten-Kommission teilgenommen noch am Treffen des Gremiums mit der IOC-Exekutive am Dienstag. Stattdessen war der Maschinenbau-Ingenieur von Lausanne nach Berlin gereist, wo NOK-Präsident Walther Tröger Bundespräsident Johannes Rau am Dienstagabend einen IOC-Preis überreichte.
Baar ist neben Tröger und IOC-Vize-Präsident Thomas Bach drittes deutsches Mitglied in dem 127-köpfigen olympischen Gremium.