Korrupter Funktionär Olympisches Komitee schließt Indien aus
Indischer Ex-NOK-Präsident Kalmadi: Verzicht auf Wiederwahl
Foto: Saurabh Das/ APHamburg - Weil sich indische Politiker angeblich massiv in den Sport einmischen, hat das Internationale Olympischen Komitee (IOC) das Nationale Olympische Komitee Indiens (IOA) vorerst ausgeschlossen. Indische Sportler dürfen bis zur Aufhebung des Bannes nicht mehr bei Olympischen Spielen starten, Funktionäre nicht mehr an Sitzungen des IOC teilnehmen.
Mit dem Ausschluss reagierte das IOC auf die Weigerung des indischen Komitees, die Wahl der Führungsspitze an diesem Mittwoch gemäß der olympischen Charta durchzuführen. Stattdessen will das IOA nach indischen Regierungsstatuten wählen und damit offenbar an einem wegen Korruption verurteilten Funktionär festhalten: Lalit Bhanot soll trotz elfmonatiger Gefängnisstrafe am 5. Dezember zum Generalsekretär ernannt werden.
Das indische NOK muss sich schon seit Monaten mit Korrputions-Vorwürfen auseinandersetzen. Auch der langjährige IOA-Präsident Suresh Kalmadi war im April 2011 wegen Millionenbetrugs verhaftet worden und musste für neun Monate ins Gefängnis. Erst im Oktober dieses Jahres gab er dem Druck nach und stellte sich nicht zur Wiederwahl. Derzeit führt V.K. Malhotra die Geschäfte im IOA.
Mit der Suspendierung erhält Indien kein Geld mehr vom IOC für die Sportentwicklung. Der Bann soll offiziell nach der Sitzung der IOC-Exekutive am Dienstagabend in Lausanne verkündet werden. Kuwait, gegen dessen NOK ebenfalls eine Untersuchung lief, blieb dagegen vom IOC-Bann verschont.