IOC will laut Thomas Bach Anti-Doping-Kampf verschärfen - DER SPIEGEL
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Zwölf-Punkte-Plan IOC will Anti-Doping-Kampf verändern

Das Internationale Olympische Komitee hat einen Plan zur Stärkung des Kampfs gegen Doping vorgestellt. Im Zentrum steht dabei eine veränderte Rolle der Wada.
IOC-Präsident Thomas Bach
IOC-Präsident Thomas Bach

IOC-Präsident Thomas Bach

Foto: Laurent Gillieron/ AP
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Als Konsequenz aus dem Dopingskandal in Russland will das Internationale Olympische Komitee (IOC) ein unabhängiges Anti-Doping-Testsystem aufbauen. Die IOC-Führungsspitze um Präsident Thomas Bach veröffentlichte im südkoreanischen Pyeongchang einen Plan mit Vorschlägen zur Zukunft der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada. Die Wada müsse "gleichermaßen unabhängig von Sportverbänden wie auch von staatlichen Interessen" sein, hieß es in der Erklärung.

Bach lud den kanadischen Anwalt Richard McLaren, den unabhängigen Ermittler in der russischen Dopingaffäre, nach Lausanne zum Sitz des IOC ein. McLaren hatte in zwei Berichten im vergangenen Juli und Dezember Beweise für staatlich gelenktes Doping in Russland zusammengetragen. Demnach sollen mehr als 1000 russische Sportler darin verwickelt gewesen sein. Die Führung in Moskau weist den Vorwurf Staatsdoping kategorisch zurück.

Die Wada soll den Vorschlägen zufolge von einem neutralen Vorsitzenden und Stellvertreter geleitet werden, die beide keine Funktion in einer staatlichen und sportlichen Organisation haben. Die Aufgaben der Wada sollen unter anderem die Auflistung verbotener Substanzen, die Beglaubigung von Testlabors und die Forschung umfassen.

Künftige Testpläne für Athleten sollen hingegen von einer unabhängigen Behörde (Independent Testing Authority) in Zusammenarbeit mit den internationalen Sportverbänden ausgearbeitet werden, um eine Mindestzahl von Tests bei jedem Athleten durchzuführen, der an Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen teilnehmen will.

Nach dem Willen des IOC sollen dann der - von den Verbänden unabhängige - Internationale Sportgerichtshof Cas in Lausanne bei nachgewiesenem Doping über die Strafe befinden.

Zustimmung, aber auch Kritik kamen vonseiten der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada). Es sei positiv zu sehen, dass Vorschläge aus den Reihen der Doping-Jäger nun auch vom IOC unterstützt würden, sagte Nada-Chefin Andrea Gotzmann. Viele Punkte, etwa die unterstützende Finanzierung der Anti-Doping-Arbeit durch internationale Sportfonds oder die zukünftige Sanktionsbefugnis der Wada, seien allerdings nicht angesprochen worden. "Insbesondere die Frage nach der Aufarbeitung des systematisch organisierten Dopings im russischen Sport fehlt bei der ausschließlich zukunftsgerichteten Deklaration des IOC völlig", sagte Gotzmann.

mon/dpa/sid