Leichathletik Harting begeistert beim Istaf in Berlin
Weltmeister Harting: Auch in Berlin nicht zu schlagen
Foto: Michael Kappeler/ dpaHamburg - Es war die große Diskus-Show von Robert Harting. Zum fünften Mal gewann der Weltmeister beim Istaf-Stadionsportfest in seiner Heimatstadt Berlin. Mit 69,02 Metern übertrumpfte er seinen deutschen Widersacher Martin Wierig und begeisterte die rund 50.000 Zuschauer. Aus dem Gold-Quartett von Moskau stemmte sich auch David Storl als Kugelstoß-Sieger noch gegen die Müdigkeit am Saisonende.
Für Olympiasieger, Welt- und Europameister Harting war es ein hartes Stück Arbeit. Er musste sich nicht nur des polnischen WM-Zweiten und Istaf-Vierten Piotr Malachowski (Polen/64,79 Meter) erwehren, sondern auch Wierig in Schach halten. Der deutsche WM-Vierte hatte im vierten Versuch mit 66,73 Metern die Führung übernommen und Harting zum 69,02-Meter-Konter herausgefordert. "Ich bin erleichtert, weil meine Form alles andere als gut ist", so Harting: "Er hat mich wach gemacht."
Etwas ausgepowert war der Kugelstoßer Storl, dem 20,91 Meter reichten, um den Tschechen Ladislav Prasil (20,79) auf den zweiten Rang zu verweisen. "Es war mein vierter Wettkampf in sieben Tagen", entschuldigte sich der 23 Jahre alte zweimalige Weltmeister, nicht noch einmal eine 21-Meter-Weite geschafft zu haben. Den letzten Stoß seiner Karriere machte Ex-Europameister Ralf Bartels. Mit 19,08 Metern wurde er Fünfter.
Pech hatte Raphael Holzdeppe, der sich beim Aufwärmen an der Wade verletzte und passen musste. "Vielleicht war alles etwas zu viel", sagte der Stabhochsprung-Weltmeister. Enttäuschend war das Abschneiden der anderen deutschen Starter: Der WM-Dritte Björn Otto, Malte Mohr und Karsten Dilla schafften ihre Anfangshöhen nicht.
Speerwurf-Champion Christina Obergföll fehlte wie drei Tage zuvor in Zürich die Energie, sich noch mal zu motivieren und musste auch bei der zweiten WM-Revanche die Überlegenheit von Maria Abakumowa anerkennen. Die Russin stellte mit 70,53 Metern eine Weltjahresbestleistung auf. Den Weltrekord der Tschechin Barbora Spotakova (72,28 Meter) verpasste die WM-Dritte lediglich um 1,75 Meter. Obergföll kam mit nur einem gültigen Versuch und 63,30 Metern hinter Ex-Europameisterin Linda Stahl (65,35) auf Platz drei.