Johann Mühlegg: Wie ein wilder Stier - DER SPIEGEL
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Johann Mühlegg Wie ein wilder Stier

Mit seinem Rundumschlag gegen den Trainer hat sich der Langläufer in seiner neuen sportlichen Heimat keine Freunde gemacht. Jetzt erwägt der spanische Verband, dem Weltcupsieger die Startberechtigung zu entziehen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Madrid - Johann Mühlegg, dem Weltcupsieger im Skilanglauf, droht nach seiner Trainer-Schelte möglicherweise die Entlassung aus dem Team des spanischen Wintersportverbandes. Wie die Madrider Sportzeitung "As" am Dienstag berichtete, will der Verband ein Verfahren gegen Mühlegg einleiten, das zu einer Geldstrafe oder sogar dem Ausschluss des Bayers mit spanischem Pass führen könnte.

Der Allgäuer hatte in einem Interview in Deutschland seinen Trainer, den Italiener Carlo Petrini, hart angegriffen und ihm "Mafia-Methoden" unterstellt. Darauf reagieren die Spanier mit Unverständnis. "Was er gesagt hat, macht keinen Sinn", kritisierte Verbandspräsident Luis Algar. Mühlegg habe dank des spanischen Teams den Weltcup gewonnen. "Alles, was Petrini getan hat, hat er getan, um ihm zu helfen."

Der Trainer selbst sagte nach Angaben der Sportzeitung "Marca", die Anschuldigungen hätten keine Antwort verdient. Er rechne mit der Unterstützung des Verbandes. Derweil wurden in Spanien Forderungen nach Sanktionen gegen "Juanito" laut. "Marca" meinte: "Mühlegg hat die Orientierung verloren."

Das Konkurrenzblatt "As" schrieb gar: "Wenn Mühlegg nicht zur Vernunft kommt, kann niemand seinen Platz in der spanischen Mannschaft garantieren." Verbandspräsident Algar setzte für den 5. oder 6. April ein Treffen mit dem Weltcupsieger an, bei dem die Probleme gelöst werden sollen. Vorher will Algar sich nicht äußern. "Ich könnte vieles sagen, aber das wäre unvorsichtig."