Blutmanipulation Kenias Leichtathletikverband gibt Dopingproblem zu
Doping in Kenia: Verband gibt Problem zu
Foto: A3446 Patrick Seeger/ dpaHamburg - Der kenianische Leichtathletikverband AK hat ein Dopingproblem unter seinen Athleten zugegeben. Laut dem afrikanischen Internetportal starafrica.com sollen kenianische Sportler im Norden der Provinz Rift Valley Injektionen mit verbotenen Dopingsubstanzen erhalten haben. Die behandelnden Mediziner hätten im Gegenzug Anteile der Preisgelder erhalten.
Wie AK-Chef Isaiah Kiplagat mitteilte, habe der regionale Leichtathletikverband die entsprechenden Anschuldigungen aus einem Bericht der ARD-Sportschau vom Mai dieses Jahres ernst genommen. "Wir arbeiten zusammen mit der kenianischen Polizei und der Welt-Anti-Doping-Agentur, um die Schuldigen zu verhaften", sagte Kiplagat. Der Verbandschef hatte noch im Mai ein Dopingproblem in Kenia energisch abgestritten. Nun rechne er damit, dass die beschuldigten Ärzte noch vor Dezember gefasst würden.
Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte eingeräumt, dass in Kenia keine Blutdopingkontrollen durchgeführt würden. "Die notwendigen Voraussetzungen dafür konnten bisher nicht geschaffen werden. Für Blutproben, deren Transport und Analyse gibt es strenge Vorgaben. Die sind dort nicht erfüllt", sagte IAAF-Medizinchef Gabriel Dollé.
Kiplagat kündigte nun an, dass es ab 2013 für jeden Organisator eines Meetings Pflicht sei, an Ort und Stelle Geräte zur Durchführung von Dopingtests zur Verfügung zu stellen. "Kenias Athleten stehen wegen ihrer guten Leistungen besonders im Blickpunkt, daher haben wir sicherzustellen, dass wir Dopingtests durchführen, um Zweifel auszuräumen", sagte Kiplagat.